Dramatische Wende im Mordfall Deubler: Erster Beweis gegen Angeklagte aufgetaucht

DNA-Spur eines Beschuldigten auf Zigarettenpackung Analytiker wird Gutachten am Montag präsentieren

Knalleffekt im Mordfall Deubler am Salzburger Landesgericht: Richterin Bettina Maxones-Kurkowski ließ ein Zigarettenpackerl auf DNA-Spuren untersuchen, die kurz nach dem Mord an der Taxlerin im Juli 1993 am Tatort in Wals-Käferheim gefunden wurde. Der Abgleich stimmt mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" mit dem Angeklagten Daniel N. überein. Der Prozess wurde vertagt.

Fast 14 Jahre nach dem Mord, für den der Gmundner Peter Heidegger acht Jahre schuldlos im Gefängnis saß, ist jetzt erstmals ein DNA-Beweis aufgetaucht. Denn auch das Verfahren gegen die beiden Salzburger Angeklagten Tomi S. (30) und Daniel N. (29)., das schon seit Ende Jänner 2007 läuft, konnte nur auf Grund von Indizien geführt werden.

N. belastete sich mit seinem Geständnis selbst. Er habe gesehen, wie S. Claudia Deubler völlig unerwartet erschoss, nachdem die beiden gemeinsam die Taxilenkerin bei einem Schotterteich ausgeraubt hatten.

Auch im dritten Prozess wurde kein Antrag auf eine DNA-Untersuchung an der angebrochenen Zigarettenpackung gestellt, weder von der Verteidigung noch von der Staatsanwaltschaft. Die Packung der Marke "Lucky Strike" wurde kurz nach der Tat fünf Meter vom rechten Vorderrad des Taxis gefunden und zur kriminaltechnischen Untersuchungsanstalt gebracht.

Die Suche nach Fingerabdrücken brachte ein negatives Ergebnis. Um "nichts unversucht zu lassen", brachte die Richterin die verschweißte Schachtel selbst zur Gerichtsmedizin.

Verteidiger Wolfgang Auer beantragte eine Prozessunterbrechung. Am Montag wird DNA-Analytiker Franz Neuhuber das DNA-Gutachten präsentieren und ein Beamter der KTU vernommen. Durch den Knalleffekt hat sich der Prozessfahrplan geändert, ein Urteil wird frühestens Anfang Mai ergehen.

(apa/red)