Drama am Großglockner: Von vermisster Bergsteigergruppe fehlt weiter jede Spur

Leiche von 53-Jährigem bereits ins Tal gebracht Polnische Alpinisten seit Samstag am Großglockner

Drama am Großglockner: Von vermisster Bergsteigergruppe fehlt weiter jede Spur © Bild: APA/Brunner

Bergretter haben heute früh erneut die Suche nach den beiden im Gebiet des Großglockner vermissten Bergsteigern aus Polen aufgenommen. Im Laufe des Vormittags sollen zwei Hubschrauber eingesetzt werden. Eine weitere Suche konzentriert sich von Heiligenblut auf Kärntner Seite aus auf die Pasterze, so der Kalser Bergrettungschef Peter Tembler. Die Leiche des verunglückten 53-Jährigen konnte bereits geborgen werden.

Im Mittelpunkt der Bemühungen steht neuerlich der Stuedlgrat. Von dort hatte der 24-jährige Pole am Sonntag ein SMS an seine Mutter abgesetzt und von seinem Beinbruch berichtet. In den Nachtstunden war dort eine Suche ergebnislos geblieben. Es sei "unerklärlich", wo der Pole verblieben sei, sagte Tembler. Mit der Verletzung hätte er kaum Chancen gehabt, etwa selber in Richrung Tal abzusteigen.

Der Notarzthubschrauber "Christophorus 7" befand sich gegen 8.00 Uhr im Anflug auf Kals und solle von dort weitere Bergretter in Richtung Gipfel mitnehmen. Nach Abzug des Nebels besteht auch für den Polizeihubschrauber aus Klagenfurt die Möglichkeit, die Bergretter zu unterstützen.

Zumindest geringe Hoffnung machen sich die Helfer auf möglicherweise noch funktionierende Handys der Polen. Voraussetzung für eine Ortung wären allerdings gute Sicht und eine Peilung vom Hubschrauber aus.

Die Leiche des vermutlich erfrorenen 53-jährigen Alpinisten konnte bereits ausgeflogen werden. Nach Angaben der Bergrettung wurde sie zum auf 1.920 Meter hoch gelegenen Lucknerhaus gebracht.

Die aus der Hohen Tatra stammende Gruppe war am Samstag zu Österreichs höchstem Berg aufgestiegen. Die laut Bergrettern gut ausgerüsteten Alpinisten gingen in einer Zweier- und einer Dreierseilschaft. Während ein 21-Jähriger (einer der Söhne des verunglückten 53-Jährigen) und dessen 22-Jähriger Freund zum Gipfel kamen, dürfte die Dreierseilschaft in Schwierigkeiten geraten sein. Erst beim Eintreffen der Zweierseilschaft in der unterhalb der Adlersruhe gelegenen Stuedlhütte am Sonntag hätten die Polen Alarm geschlagen und die Rettungskette in Gang gesetzt. Die beiden gelangten schließlich unverletzt ins Tal. Für die beiden Vermissten war die Nacht auf Mittwoch die vierte, seit sie in Bergnot geraten waren.

(apa/red)