Doppelinterview von

Die Kunst, oben zu bleiben

Maria Fekter und Agnes Husslein im NEWS-Gespräch über gemeinsames Museum

Agnes Husslein und Maria Fekter im Belvedere. © Bild: News/Ian Ehm

Im Parkettboden, da war der Käfer drin, der ist neu. Sonst ist alles Original: die vergoldeten Wandtäfelungen, die Tapisserien, ein rosa Zimmer, ein blaues Zimmer. Die Finanz hat das Palais nie wirklich niederrenoviert!“ – Maria Fekter gerät ins Schwärmen, wenn sie vom Stadtpalais des Prinzen Eugen in der Wiener Innenstadt erzählt, in das ihr Finanzministerium kürzlich zurückübersiedelt ist. Lange wurde dieses restauriert, die Kosten waren enorm. Da war Fekter bald klar: Auch wenn der Auftrag vom Vorgänger kam, ein Akt der Bescheidenheit wäre angesagt.

Also übersiedelte die Finanzministerin in den weniger schmucken Bürotrakt, und in den barocken Prunkräumen errichtet Belvedere- Direktorin Agnes Husslein ein Museum. Klingt einfach. War es aber nicht, denn erst mussten die Beamten überzeugt werden. Ein Gespräch über Bürokratie und die Kunst.

NEWS: Wer wollte das Finanzministerium zum Museum machen? Die Museumsdirektorin oder die Ministerin?
Husslein: Die Ministerin. Fekter: Als die ich die Prunkräume gesehen habe, hab ich mir gedacht: Das ist so ein unglaublicher Schatz, den kann man nicht für einige wenige zum Büro machen. Also habe ich gesagt: Agnes, was hältst du davon, wenn wir das museal bespielen und ans Belvedere andocken? Dann begann der bürokratische Hürdenlauf.

NEWS: Als Ministerin können Sie sich nicht so einfach ein Museum wünschen?
Fekter: Nein, denn das Palais gehört zwar der Finanz, verwaltet wird es aber von der Burghauptmannschaft des Wirtschaftsministeriums, und das Belvedere gehört zum Kulturressort. Und gab es sofort aus allen drei Ministerien eine enorme Expertise darüber, was alles nicht geht. Wir haben gesagt: Jetzt strengt euch an und mit derselben Expertise sagt ihr uns, wie es geht. Als die Bürokratie gespürt hat, dass der politische Wille eindeutig ist, hat man doch Vorschläge gemacht.

NEWS: Gibt‘s zu viel Bürokratie?
Husslein: Diesmal war es besonders schwierig. Aber es ist generell eine gewisse Überbordung da. Ich komme aus der Wirtschaft, habe meine Ausbildung auch in den USA gemacht und muss sagen: Da weht schon ein anderer Wind. Zurecht wird von der öffentlichen Hand verlangt, dass wir effizient wirtschaften. Das ist ja in Ordnung. Aber das sollte für alle gelten. Fekter: Es gibt natürlich in der Bürokratie – und in den Ministerien besonders – immer große Bedenkenträger. Das ist einerseits gut, weil damit nicht überhastete, unüberlegte Entscheidungen getroffen werden. Andererseits ist es gelegentlich hinderlich, wenn man den Bedenken mehr Energie widmet als der Durchsetzung. Aber wir konnten alle Bedenken ausräumen: Auch jenes, dass wir das Geld für das Museum von anderen Bereichen abzwacken.

NEWS: Woher kommt das Geld?
Fekter: Es kommt mit Mascherl aus dem Finanzministerium. Es ist eine Art Nutzungsüberlassung einer Etage.

Das komplette Interview finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als iPad-Version.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Bitte, ob einem/einer die Frau Ministerin sympathisch ist, oder nicht, sei mal dahingestellt....ABER: Hat DIESE Frau jetzt zumindest schon das ihr zustehende doppelte Urlaubsgeld von den von ihr eingebrachten SCHWEIZER Steuermillionen erhalten?!!!
Hut ab vor Fekter!!

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