Doppelerfolg für Ferrari in Magny Cours: Räikkönen und Massa machen WM spannend

Hamilton als Dritter am Podest, Alonso nur Siebenter Wurz bleibt erneut ohne Punkte - Red Bull schwach

Doppelerfolg für Ferrari in Magny Cours: Räikkönen und Massa machen WM spannend

Ferrari hat im Formel-1-Grand-Prix von Frankreich zurückgeschlagen und die Siegesserie von McLaren-Mercedes beendet. Der Finne Kimi Räikkönen triumphierte in Magny-Cours vor seinem brasilianischen Teamkollegen Felipe Massa. WM-Leader Lewis Hamilton, zuletzt Sieger in Montreal und Indianapolis, war diesmal im McLaren-Mercedes chancenlos, landete aber als Dritter auch in seinem achten WM-Lauf auf dem Podest.

In der Fahrer-Wertung liegt der Brite nun mit 64 Punkten bereits 14 Zähler vor seinem spanischen Teamkollegen Fernando Alonso. Der Doppel-Weltmeister kam im letzten GP auf dem "Circuit de Nevers" nicht über Rang sieben hinaus. Noch schlechter erging es Alexander Wurz, der im Williams-Toyota keine Chance auf einen WM-Zähler hatte und sich am Ende mit Platz 14 begnügen musste.

Räikkönen überholt Hamiton am Start
Gleich am Start überholte Räikkönen den aus Reihe eins gestarteten Hamilton und lag lange Zeit hinter "Pole-Mann" Massa auf Platz zwei. Die Entscheidung um den Sieg fiel bei der zweiten Boxen-Stopp-Serie, in deren Zuge Räikkönen seinen Teamkollegen überholte. "Ich habe vor meinem zweiten Stopp Druck gemacht, und das hat perfekt funktioniert", meinte der wortkarge Finne, der nach dem Auftaktrennen in Melbourne seinen zweiten Saisonsieg und den insgesamt elften seiner Karriere verbuchte.

Massa war auf Grund seiner langen Führung verständlicherweise enttäuscht über Rang zwei. "Ich habe dieses Rennen wegen des Verkehrs auf der Strecke verloren", erklärte der Südamerikaner, der als WM-Dritter nun 17 Punkte hinter Hamilton liegt, während Räikkönen als Viertem 22 Zähler auf den Spitzenreiter fehlen.

Zufriedener WM-Leader
Hamilton war trotz des verpassten Hattricks und der Ferrari-Dominanz zufrieden. "Das waren wieder wichtige Punkte für die WM. Wir werden jetzt weiter hart arbeiten, und ich glaube, dass wir schon am nächsten Wochenende bei meinem Heimrennen in Silverstone, auf das ich mich besonders freue, wieder konkurrenzfähiger und schneller sein werden", betonte der 22-jährige Rookie.

Sein Teamkollege Alonso, der wegen eines Getriebedefekts im Qualifying nur Zehnter geworden war, versuchte seine Enttäuschung erfolglos hinter einer schwarzen Sonnenbrille zu verstecken. "Mehr war von diesem Startplatz nicht drinnen, denn ich hatte immer Verkehr auf der Strecke", lautete der Kommentar des Andalusiers.

Wurz ohne Punkte, aber mit Frust
Noch negativer fiel das Resümee von Wurz aus. "Es hat sich nichts getan, alle sind sehr dicht gefahren. Das war ein Zug von der ersten bis zur letzten Runde. Klar ist das ein bisschen frustrierend", sagte der 33-jährige Routinier, der nur von Position 18 gestartet war.

Das einzig Positive sei laut Wurz die Standfestigkeit des Autos gewesen, allerdings fehlte es dem Boliden auch an Geschwindigkeit. "Ich war auf den Geraden ein bisschen zu langsam. Vorbeikommen hat es da keines gegeben", erläuterte Wurz, der auch wusste, warum es wieder einmal eine "F1-Prozession" in Magny-Cours gab. "Das Rennen war vom Start weg relativ entschieden. Jeder hat den anderen kopiert und war dadurch auch gleich schnell."

Kubica nach Unfall bei Comeback Vierter
Bemerkenswert war der vierte Platz von Robert Kubica beim Comeback nach seinem Horror-Crash in Montreal, nach dem er zuletzt in "Indy" hatte pausieren müssen. Auch der Engländer Jenson Button war froh, nachdem er als Achter endlich den ersten WM-Punkt für Honda im Jahr 2007 erobert hatte.

Für die Szene des Rennens sorgte der Niederländer Christijan Albers, der bei seinem ersten Boxenstopp zu früh aufs Gas stieg, den Tankschlauch aus der Verankerung riss und mitschleifte. Deshalb musste der Spyker-Pilot gleich nach der Boxenstraße abbiegen und aufgeben.

(apa/red)