Doppelanschlag auf iranische Moschee:
Mindestens 28 Tote - 270 Menschen verletzt

Rebellengruppe Jundallah bekennt sich zu Bluttat Iranische Führung gibt USA Schuld an Anschlägen

Doppelanschlag auf iranische Moschee:
Mindestens 28 Tote - 270 Menschen verletzt © Bild: Reuters

Im Südosten des Iran haben zwei Selbstmordattentäter vor einer bedeutenden schiitischen Moschee mindestens 28 Menschen getötet. Zu dem Doppelanschlag am Donnerstagabend, bei dem auch mehrere Mitglieder der staatstreuen Revolutionsgarden getötet wurden, bekannte sich die sunnitische Rebellengruppe Jundallah. Die Attentäter sprengten sich kurz hintereinander unweit der Großen Moschee in der Stadt Sahedan in die Luft. Iranischen Medien zufolge wurden mindestens 270 Menschen verletzt.

Die Opfer hatten sich zur Feier des Geburtstags des Imam Hussein, einem Enkel des Propheten Mohammed, in der Moschee versammelt. Nach ersten Erkenntnissen zündete ein als Frau verkleideter Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel an einem Kontrollpunkt der Revolutionsgarden in unmittelbarer Nähe zu der Moschee in Sahedan. Der erste Sprengsatz verursachte nach Angaben der Behörden kaum Schäden, doch als zahlreiche Menschen zu der Unglücksstelle eilten, explodierte die zweite Bombe.

In einer E-Mail an den Fernsehsender Al-Arabiya erklärte die Jundallah, sie habe mit der Tat die Hinrichtung ihres Anführers Abdolmalek Rigi im Juni rächen wollen. Er war als Drahtzieher mehrerer tödlicher Anschläge verurteilt und hingerichtet worden. Die Selbstmordattentate vom Donnerstag seien von Angehörigen Rigis verübt worden und hätten den Revolutionsgarden - der Eliteeinheit zum Schutz der iranischen Führung - gegolten, hieß es in der E-Mail. In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben erklärte die Gruppe, sie habe bei dem Anschlag mehr als 100 Angehörige der Revolutionsgarden getötet, um Rache für die Hinrichtung Rigis zu nehmen.

Vorwürfe gegen die USA
Die Jundallah kämpft nach eigenen Angaben für die Rechte der sunnitischen Minderheit im Iran. Die Führung im Iran beschuldigt ihren Erzfeind, die USA, die Gruppe zu unterstützen. Die USA weisen dies zurück. Ein iranischer Abgeordneter und ein General der Revolutionsgarden, Hossein Salami, warfen den USA umgehend vor, schuld an den jüngsten Anschlägen zu sein.

US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilte ihrerseits die Taten scharf und forderte, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. "Die Vereinigten Staaten drücken den Familien der Toten und Verletzten ihr Mitleid aus", erklärte Clinton. Die Fronten zwischen dem Iran und den USA sind insbesondere wegen des Atomstreits verhärtet. Die islamische Republik steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben.

(apa/red)