Doping-Krimi: ,Ich bin kein Verbrecher‘

Im Visier der Dopingjäger: Die Österreicher sind wochenlang beschattet worden.

Doping-Krimi: ,Ich bin kein Verbrecher‘

Die Jagd auf Österreichs Athleten war seit Wochen geplant. Der umstrittene Trainer Walter Mayer stand schon lange unter Beobachtung der Fahnder. Doch der ÖSV reagierte nicht. Im NEWS-Exklusiv-Interview wehrt sich Mayer jetzt.

Dienstag, später Nachmittag, eine kleine Imbissstube auf dem weitläufigen Gelände der Psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Klagenfurt. Marc Mayer, 27, Langläufer und groß gewachsener Sohn des umstrittenen Excoachs Walter Mayer, 48, kommt von einem Besuch bei seinem Vater. Zwei Stunden ist er bei ihm auf der Bettkante gesessen, jetzt soll er berichten, wie es dem Papa geht. Der gesamte Mayer-Clan ist am Wochenende aus der Ramsau über die Tauernautobahn angereist: Mayers betagte Mutter, sein Bruder, Ehefrau Gerlinde, eine Tante, zwei weitere Onkel, der Sohn. – Jetzt sitzen alle im Café vor der Psychiatrie, es wird geraucht, diskutiert und geschworen wie bei den Musketieren: „Wir werden das durchstehen, wir lassen ihn nicht allein“, sagt die Mutter. Sohn Marc ergänzt mit fahriger Stimme: „Sie haben ihn mit Medikamenten ruhig gestellt.“

Walter Mayer war am Samstagabend wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, versuchter schwerer Körperverletzung sowie schwerer Sachbeschädigung von der Polizei festgenommen worden. Zuvor hatte er in Paternion im Drautal betrunken mit seinem Auto eine Straßensperre der Polizei gerammt: „Ich wollte mich umbringen“, sagt der
gefallene Trainer im NEWS-Interview. „Ein Blackout“, behaupten die Mayers. Keine Rede davon, dass Mayer mit seiner Olympia-Aktion ein ganzes Team in Verruf gebracht hat. „Was hat mein Vater denn verbrochen“, fragt Sohn Marc naiv und gibt sich die Antwort selbst: „Gar nix. Er war in Turin, eine Blödheit, doch alle haben davon gewusst. Jetzt putzen sie sich an ihm ab.“ Und Mayers Anwalt, der Villacher Herwig Hasslacher, ergänzt: „Mayer wird wegen seiner Vergangenheit vorverurteilt, in Italien hätte er keine Chance auf eine faire Behandlung gehabt.“

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS!
PLUS das Interview mit Walter Mayer: "Ja, ich wollte mir das Leben nehmen"
PLUS: Schröcksnadels Ski-Imperium
PLUS Interviews: Egon Theiner, Hans Holdhaus