Donezk holt sich ersten UEFA-Cup-Pokal: Siegestreffer zum 2:1 fiel in Verlängerung

Erster Sieg für Ukraine. Letztes Finale im alten Modus 20. Mai: Prödl spielte bei Werder Bremen durch

Donezk holt sich ersten UEFA-Cup-Pokal: Siegestreffer zum 2:1 fiel in Verlängerung © Bild: Reuters/Orsal

Schachtjor Donezk geht als letzter Sieger in die Geschichte des Fußball-UEFA-Cups ein. Die Ukrainer gewannen das Endspiel gegen Werder Bremen in Istanbul verdient mit 2:1 (2:1, 1:1, 1:1) nach Verlängerung. Der Brasilianer Jadson erzielte vor 40.000 Zuschauern im Sükrü-Saracoglu-Stadion in der 97. Minute den entscheidenden Treffer.

Der Brasilianer Luiz Adriano (25.) hatte Schachtjor in Führung gebracht, Naldo (35.) per Freistoß nach einem schweren Fehler von Schachtjor-Schlussmann Pjatow den Ausgleich erzielt. Sebastian Prödl spielte bei Werder durch, Martin Harnik saß nur auf der Ersatzbank. Werder wartet damit weiter auf die zweite internationale Trophäe nach dem Sieg im Cupsieger-Bewerb 1992. Schachtjor holte hingegen den ersten Europacup-Titel in die Ukraine, nachdem Dinamo Kiew den Cup der Cupsieger 1975 und 1986 noch für die damalige UdSSR erobert hatte.

Fünf Brasilianer in der Offensive
Die auf fünf Brasilianer in der Offensive vertrauenden Ukrainer erwiesen sich im europäischen Endspiel auf asiatischem Boden als gefährlichere Elf. Luiz Adriano entwischte der Werder-Innenverteidigung mit dem Steirer Prödl bereits in der sechsten Minute, schob den Ball aber am Tor vorbei. Der quirlige 22-Jährige besorgte nach 25 Minuten auch die verdiente Führung für die kombinationsstarke Elf von Schachtjor. Nach einem weiten Pass von Außenverteidiger Rat enteilte der Brasilianer der Werder-Defensive und lupfte den Ball über Torhüter Wiese ins Gehäuse.

Ohne Diego und Almeida
Werder kam nur langsam ins Spiel, ein Geschenk des Donezk-Schlussmanns ebnete den ohne die gesperrten Diego und Hugo Almeida angetretenen Hanseaten aber den Ausgleich. Naldo hämmerte einen Freistoß aus 25 Metern zentral aufs Tor, Pjatow ließ den sicherlich haltbaren Schuss aber durch die Finger rutschen. Kurz vor dem Seitenwechsel musste sich Werder, das ohne Diego auch die zündenden Ideen fehlten, bei Goalie Wiese bedanken, der einen Flachschuss von Lewandowski (41.) bravourös entschärfte.

Flaute nach einer Stunde
Jadson (51.) prüfte Wiese per Freistoß erneut. Der Bundesligist unter Trainer Thomas Schaaf, der 1992 beim Titelgewinn dabei gewesen war, kam aus dem Spiel zu keinen Chancen. Lediglich aus Standardsituationen erzeugten Frings (56./Freistoß), Özil (64.) und Pizarro (78./Pjatow pariert) für Gefahr im Strafraum der Ukrainer. Nach einer Stunde verflachte die Partie. Werder stand in der Defensive dicht, das an Spielanteilen feldüberlegene Donezk kam kaum mehr gefährlich in den Strafraum der Deutschen. Eine wirkliche Torchance in der regulären Spielzeit gab es auf beiden Seiten keine mehr.

Neuer Schwung in der Verlängerung
Erst nach der neuerlichen Führung für die Ukrainer durch den im Strafraum sträflich vernachlässigten Jadson nahm die Partie wieder Fahrt auf. Pjatow machte seinen Fehler nur zwei Minuten später bei einem Schuss von Pizarro wieder wett, im Konter setzte Willian (105.) einen Heber über das Tor. Im Finish setzte Werder-Coach Schaaf Innenverteidiger Prödl sogar als vorderste Spitze ein, auch mit der Brechstange gelang der Ausgleich aber nicht mehr.

(apa/red)