Donadoni ist vor dem Duell mit Spanien sicher: "Wir können jeden Gegner schlagen"

"Squadra Azzurra" kam nicht mühelos ins Viertelfinale Mit Pirlo und Gattuso sind 2 wichtige Spieler gesperrt

© Bild: Reuters/Gentile

Mit Hängen und Würgen hat sich Italien fürs Viertelfinale der EURO-2008 qualifiziert. Eine Frage des Glücks, sagen die einen. Eine Frage der Klasse, sagen die anderen. Fakt ist, dass die "Squadra" wieder voll im Rennen um den EM-Titel ist und vor dem sonntägigen Match gegen Spanien (20.45 Uhr/LIVE auf news.at) wieder mit einer weltmeisterlich breiten Brust ausgestattet ist. "Ich hatte nie Zweifel an dieser Mannschaft. Wir können jeden Gegner schlagen", erklärte Teamchef Roberto Donadoni, für den allerdings auch ein eventuelles Aus gegen Spanien das Ende seiner Teamchef-Ära bedeuten dürfte.

Doch davon gehen die Azzurri natürlich nicht aus. "Der Einzug ins Viertelfinale war hoffentlich erst der Startschuss für uns", meinte der 33-jährige Routinier Alessandro Del Piero. Der 2:0-Sieg gegen den Erzrivalen Frankreich und der damit verbundene Aufstieg in die K.o.-Runde hat Italien wieder zum Leben erweckt. "Dieser Sieg lässt uns daran glauben, dass wir bis zum Schluss im Turnier bleiben können", so Del Piero, der aber Spanien zu den Topfavoriten auf den Titel zählt und von einem "Alles-oder-Nichts-Match" sprach.

Auch Gianluca Zambrotta fiebert dem südländischen Gipfeltreffen entgegen. "Das wird ein hartes Match zwischen zwei Mannschaften, die zu den besten der Welt gehören", ist sich der ehemalige Barcelona-Spieler sicher. Dass die Italiener weiterhin vom EM-Titel träumen dürfen, haben sie eigentlich nur ihrem Torhüter Gianluigi Buffon zu verdanken. Denn Buffon war es, der mit einem parierten Elfmeter gegen Rumäniens Adrian Mutu die theoretische Aufstiegschance überhaupt am Leben erhalten hatte. Sonst wären die Weltmeister mittlerweile längst im Sommerurlaub. "Ich werde versuchen, auch den Spaniern den Schlaf zu rauben", so Buffon.

Statistik spricht für Italien
Die bisherigen EURO-2008-Leistungen sprechen für die Spanier, die Statistik tut dies nicht. Die Spanier haben zwar das jüngste Testspiel im März 2008 in Elche gegen Italien 1:0 gewonnen (Tor durch David Villa), bei einem Großereignis (Olympia ausgenommen) hat es aber bis dato noch nie zu einem Sieg über die Azzurri gereicht. Im letzten Bewerbsspiel hatten sich die die Italiener 1994 im WM-Viertelfinale 2:1 durchgesetzt.

Während die Spanier aus dem Vollen schöpfen können, muss Donadoni auf drei Spieler verzichten. Neben dem verletzten Andrea Barzagli (Knieverletzung) fehlen die beiden Gesperrten Andrea Pirlo und Gennaro Gattuso. Das Aus für Barzagli fällt lediglich für die Tiefe des Kaders ins Gewicht, denn in der Innenverteidigung wird Donadoni wieder auf Christian Panucci und Giorgio Chiellini setzen.

Ambrosini in Startelf
Mit ziemlicher Sicherheit in die Startaufstellung dürfte Massimo Ambrosini aufrücken. Der Mittelfeldspieler zeigte großen Respekt vor Villa und Co.. "In ihrem Spielstil ähneln sie den Niederlanden. In der Offensive sind die furchterregend stark. Aber unsere Stärke ist der Teamgeist." Auch Mauro Camoranesi hat gute Chancen, in die Anfangsformation nachzurücken. Der Juventus-Akteur ging bezüglich des bisherigen Turnierverlaufs mit sich selbst hart ins Gericht. "Ich habe bis jetzt nicht gut gespielt, das war enttäuschend. Ich will jetzt der Mannschaft entscheidend helfen." Das wird Italien auch brauchen, denn Camoranesi weiß, wie schwer der Pirlo-Ausfall wiegt. "Er ist das Hirn unserer Mannschaft."

Gibt es dennoch ein Happy End gegen die Spanier, dann könnte dies auch die kaum noch für möglich gehaltene Jobrettung Donadonis bedeuten. "Wenn Du Spanien schlägst, bleibst du Nationaltrainer", versprach etwa die Zeitung "Tuttosport", die vor einer Woche noch Donadonis Vorgänger und Weltmeister-Macher Marcello Lippi gefordert hatte: "Gebt uns Lippi zurück".

Mögliche Aufstellungen Spanien - Italien
(Wiener Happel-Stadion, 20.45 Uhr/live auf news.at, Schiedsrichter Herbert Fandel/GER):

Spanien: 1 Casillas - 15 Ramos, 4 Marchena, 5 Puyol, 11 Capdevila - 19 Senna - 12 Cazorla, 8 Xavi, 21 Silva - 7 Villa, 9 Torres

Ersatz: 23 Reina, 13 Palop - 2 Albiol, 3 Navarro, 18 Arbeloa, 10 Fabregas, 6 Iniesta, 14 Xabi Alonso, 20 Juanito, 22 De La Red, 17 Güiza, 16 Garcia

Italien: 1 Buffon - 19 Zambrotta, 2 Panucci, 4 Chiellini, 3 Grosso - 16 Camoranesi, 10 De Rossi, 20 Perrotta, 13 Ambrosini - 18 Cassano, 9 Toni

Ersatz: 14 Amelia, 17 De Sanctis - 22 Aquilani, 11 Di Natale, 5 Gamberini, 23 Materazzi, 7 Del Piero, 12 Boriello, 15 Quagliarella

Es fehlen: 21 Pirlo, 8 Gattuso (beide gesperrt), 6 Barzagli (Riss des Innenmeniskus im linken Knie)

(apa/red)

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