Dominique Strauss-Kahn von

Ex-IWF-Chef verschwindet

Zweifel an Glaubwürdigkeit der Belastungszeugin wachsen weiter

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    Nach seiner Freilassung kann Strauss-Kahn wieder lächeln.

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    Gemeinsam mit seiner Frau Anne Sinclair und einem Freund verlässt der Ex-IWF-Chef sein Appartement ...

Der frühere IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn ist nur wenige Stunden nach seiner Freilassung verschwunden. Strauss-Kahn hat sein Haus in Manhattan verlassen und ist in einer schwarzen Limousine davongefahren. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt. Unterdessen wachsen die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Hauptbelastungszeugin.

Die 32-jährige Frau habe mit einem Freund darüber gesprochen, dass aus dem Diplomaten Geld herauszuholen sei, bestätigte eine mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vertraute Person Reuters. Das angebliche Vergewaltigungsopfer habe die Äußerung in dem Telefonat mit dem Häftling getan, über das die Strafverfolger das Gericht am Freitag informiert hätten. Zudem habe die Zeugin dem Mann versichert, es gehe ihr gut und er solle sich keine Sorgen um sie machen.

Verdächtiges Telefonat: "Dieser Mann hat viel Geld"
Bereits zuvor hatte die "New York Times" die Frau aus dem Telefonat mit den Worten zitiert: "Mach Dir keine Sorgen, dieser Mann hat viel Geld. Ich weiß, was ich tue." Das aufgezeichnete Gespräch war offenbar ausschlaggebend für die Kehrtwende der Ermittler, der überraschenden Entlassung Strauss-Kahns aus dem Hausarrest zuzustimmen. Einige Experten gehen davon aus, dass die Anklage demnächst fallen gelassen wird.

49 Prozent der Franzosen sind für Comeback
In Frankreich erhält Strauss-Kahn wieder Unterstützung: Knapp die Hälfte der Franzosen (49 Prozent) ist für eine Rückkehr des früheren IWF-Chefs auf die innenpolitische Bühne. 45 Prozent sind dagegen, so eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive, die am Sonntag von der Tageszeitung "Le Parisien" veröffentlicht wurde.

43 Prozent der Befragten sind damit einverstanden, dass die Sozialisten die auf den 13. Juli festgelegte Frist für die Hinterlegung der Präsidentschaftskandidaturen aufschieben. 49 Prozent sind dagegen. Für die Umfrage wurden am Freitagabend und Samstag rund 1.000 Franzosen befragt. Vor seiner Festnahme war Strauss-Kahn in Umfragen der Favorit unter den sozialistischen Präsidentschaftsanwärtern.

Strauss-Kahn wird eine Vergewaltigung der Hauptbelastungszeugin in einem New Yorker Luxushotel vorgeworfen. Er hat erklärt, der Geschlechtsverkehr sei in gegenseitigem Einverständnis vollzogen worden. Der ehemalige Spitzendiplomat darf die USA nach wie vor nicht verlassen.