Dominique Strauss-Kahn von

Er hinterlegt 100.000 € Kaution

In Lille wegen organisierter Zuhälterei vernommen. Am Abend ist er vorläufig frei.

Dominique Strauss-Kahn - Er hinterlegt 100.000 € Kaution © Bild: Reuters/Fuentes

100.000 Euro Kaution muss Dominique Strauss-Kahn hinterlegen, dafür darf er noch am Abend zumindest vorläufig wieder gehen. In Lille wurde das Verfahren wegen organisierter Zuhälterei gegen den ehemaligen IWF-Boss eröffnet. Er soll an illegalen Sex-Partys beteiligt gewesen sein.

Sein Anwalt Richard Malka betonte unmittelbar nach der Eröffnung des Verfahrens, sein Mandant bestreite die ihm zur Last gelegten Taten entschieden. "Herr Strauss-Kahn befindet sich hier zu einem großen Teil wegen seiner Bekanntheit, er wurde auf einen Scheiterhaufen gestoßen", sagte der Anwalt. Er sah einen Zusammenhang zwischen der Entscheidung der Justiz und der nahen Präsidenten-Wahl.

Strauss-Kahn war bereits vor einem Monat befragt worden. Er steht im Verdacht, regelmäßig bei gesponserten Sex-Partys an bandenmäßiger Zuhälterei beteiligt gewesen zu sein. Nach Einschätzung der Ermittler könnte der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zudem von veruntreuten Firmengeldern profitiert haben. Bei der Callgirl-Affäre stehen auch ein ranghoher Polizeichef und Geschäftsleute im Visier der Justiz.

Ein Haufen Vorwürfe
Im Falle Strauss-Kahns ging es vor allem um die Frage, ob er bei seiner Teilnahme an gesponserten Sex-Partys in Paris, Brüssel und Washington wusste, dass die Frauen Prostituierte waren. Im Vorjahr hatte er nach Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens nicht nur den IWF-Chefposten, sondern auch seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten aufgegeben. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren zwar wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein, eine zivilrechtliche Klage ist aber noch anhängig.