Dominique Strauss-Kahn von

Das Luxus-Problem

Die Unterkunft des IWF-Chefs bringt Frankreichs Sozialisten in Bedrängnis

Dominique Strauss-Kahn - Das Luxus-Problem © Bild: YouTube

Die New Yorker Unterkunft von Dominique Strauss-Kahn ist seinen Genossen ein Dorn im Auge. Dieser Luxus stehe "im Widerspruch zu den sozialistischen Werten", betonte der Parlamentsabgeordnete und Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur Arnaud Montebourg. Parteisprecher Benoit Hamon räumte seinerseits ein, dass diese 630 Quadratmeter große Residenz auf drei Etagen in der Franklin Street mit hauseigenem Kino und Fitness- und Wellness-Räumen "schockieren kann".

Der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminister Strauss-Kahn, der laut sämtlichen Umfragen die besten Chancen hatte, 2012 als sozialistischer Präsidentschaftskandidat in den Élysée-Palast einzuziehen, wird beschuldigt, ein Stubenmädchen aus Guinea im New Yorker "Sofitel" überfallen und zum Oralsex gezwungen zu haben. Für seine Überwachungskosten rund um die Uhr, die auf 200.000 Dollar pro Monat geschätzt werden, muss der zurückgetretene IWF-Chef selbst aufkommen. Der nächste Gerichtstermin in der Affäre ist am 6. Juni. Verlassen darf er die Residenz nur für Gerichtstermine, dringende Arztbesuche oder für den Gottesdienst.

Der PS-Abgeordnete Jean-Christophe Cambadelis, ein treuer Anhänger Strauss-Kahns, gab zu bedenken, dass der Ex-IWF-Chef nur "gewählt hat, was er finden konnte". Die Nobelwohnung wurde von seiner Ehefrau Anne Sinclair für 35.000 Euro pro Monat gemietet. "Es ist die erzwungene Wahl eines Menschen, der über Geldmittel verfügt", sagte Cambadelis im Fernsehsender "Canal +" und fügte hinzu: "Nicht er hat beschlossen, unter Hausarrest gestellt zu werden." Der Politiker erinnerte auch daran, dass sich die Bewohner eines Hauses, in dem Strauss-Kahn eine weniger kostspielige Wohnung mieten wollte, sein Vorhaben durchkreuzt hatten, weil sie die ständige Ansammlung von Journalisten und Reportern nicht ertragen wollten.

Zurückhaltend gab sich Ex-PS-Chef Francois Hollande, der seit Strauss-Kahns unerwartetem Abgang von der politischen Bühne gegenwärtig als Favorit der Linken im Rennen um den Elysée-Palast gilt. Die Affäre gehöre in den Bereich des Privatlebens, sagte Hollande kurz angebunden. Anderer Ansicht ist sein Mitbewerber um die Investitur zum Präsidentschaftskandidaten, Arnaud Montebourg. "Ich meine, dass die Zurschaustellung all dieser Elemente nicht in den Bereich der sozialistischen Werte gehört", sagte Montebourg, der auch das amerikanische Justizsystem kritisierte, welches den "Reichen" Vorteile biete.