Doch kein kompletter Rückzug: ÖGB bleibt mit drei Mitgliedern im BAWAG-Aufsichtsrat

Letzte Aufsichtsratssitzung unter alter Führung

Der Österreichische Gewerkschaftsbund bleibt im Aufsichtsrat der BAWAG. Das teilte Präsident Hundstorfer am Donnerstag nach dem ÖGB-Vorstand mit. Konkret wird der Gewerkschaftsbund drei der künftig neun Aufsichtsratsmitglieder stellen. Hundstorfer stellte klar, dass die Posten nicht traditionell besetzt würden, sondern mit ausgewiesenen Experten.

Definitiv ist seit voriger Woche, dass der einstige Generaldirektor der Wiener Städtischen Versicherung, Siegfried Sellitsch, den zurückgetretenen Gewerkschafter Günter Weninger als Aufsichtsratspräsident in der BAWAG ablöst. Am Donnerstagnachmittag tagte der Aufsichtsrat der Bank das letzte Mal unter alter Führung.

Als Hinweis, dass der Gewerkschaftsbund nun doch Anteile der BAWAG weiter halten will, wollte der ÖGB-Chef die Entscheidung der Beschickung des Aufsichtsrates nicht gelten lassen. Er könne hier noch keine Festlegung treffen. Jedenfalls werde mit Fachleuten aus Arbeiterkammer und Privatangestelltengewerkschaft intensiv geprüft, ob ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell, wie es bei einzelnen anderen Banken exekutiert wird, bei der BAWAG möglich ist.

Keine exakten Zahlen wollte die ÖGB-Spitze zu jenem Kredit abgeben, der noch beim ehemaligen BAWAG-Partner Bayerische Landesbank (BayernLB) abzuzahlen ist. Die medial kolportierten 400 Mio. Euro wurden von Finanzreferent Erich Foglar auch nicht explizit dementiert: "Die Größenordnung könnte in etwa hinkommen." Inwieweit ein BAWAG-Verkauf eine raschere Kredittilgung nötig machen könnte, wollte Foglar nicht sagen. Darüber habe es mit der Bayerischen Landesbank noch keine Gespräche gegeben. (apa/red)