Kärntner Slowenen von

Dörfler entschuldigt sich

Kärntens Landeshauptmann: Dobernigs Aussagen haben nicht meine Unterstützung

Gerhard Dörfler, Uwe Scheuch und Harald Dobernig. © Bild: APA/Gert Eggenberger

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat sich am Montag für die slowenenfeindlichen Aussagen seines FPK-Parteifreundes, Landesrat Harald Dobernig, entschuldigt. Dobernig hatte den im Vorjahr erzielten Ortstafel-Kompromiss als eine "Einstiegsdroge" für die Kärntner Slowenen bezeichnet und zwischen Slowenen und "richtigen" Kärntnern differenziert - letzteres nahm er später zurück.

"Die Aussagen von Dobernig haben nicht meine Unterstützung", erklärte Dörfler im Anschluss an eine Regierungssitzung vor Journalisten. "Ich möchte mich bei der Volksgruppe in aller Form entschuldigen", sagte der Landeshauptmann.

Trotz der unterschiedlichen innerparteilichen Positionen seien die Formulierungen Dobernigs nicht als "Querschuss" gegen seinen Kurs zu verstehen. "Jede Partei hat eine gewisse Breite", meinte Dörfler. In letzter Konsequenz sei jedoch entscheidend, "welche Haltung der Regierungschef hat", erklärte der FPK-Politiker.

Entschuldigung des slowenischen Botschafters gefordert

Die Ortstafellösung stehe jedenfalls nicht infrage. Dörfler forderte alle Beteiligten auf, "auf die Mitte der Brücke" zu kommen. Vom Botschafter Sloweniens in Wien, Aleksander Gerzina, forderte er eine Entschuldigung. Dieser hatte sich wegen der Dobernig-Aussagen an eine "Massenbewegung, die in den 30er Jahren erfolgreich war" erinnert gefühlt. "Diese Formulierung entspricht nicht den Gepflogenheiten von 2012", so Dörfler.

Etwas drastischer in der Wortwahl fiel die Kritik von FPK-Parteichef Kurt Scheuch aus. Der Vergleich seiner Partei mit einem totalitären Regime sei "wohl die größte Frechheit, die sich ein offizieller Vertreter eines anderen Landes gegenüber der stimmenstärksten Partei in Kärnten leisten kann", meinte Scheuch, der abermals eine Besserstellung der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien einforderte. "Anstatt die Kärntner Politik zu kritisieren, soll sich Botschafter Gerzina ein Beispiel an uns nehmen und sich am vorbildlichen Umgang Kärntens mit der slowenischen Minderheit orientieren."

Provinzpolitiker

Abseits dieses Nebenschauplatzes prasselte weiterhin Kritik von allen Seiten auf Dobernig ein. Außenminister Michael Spindelegger erklärte, er lasse sich das gute Verhältnis zu Slowenien nicht von einem Provinzpolitiker schlecht machen. Er arbeite daran, das Verhältnis zum Nachbarland weiter zu intensivieren. Solche Störungen seien daher fehl am Platz, so der Außenminister, der am Dienstag nach Slowenien reist. Falls das gewünscht sei, werde er dort auch eine entsprechende Klarstellung treffen.

Für Verteidigungsminister Norbert Darabos ist Dobernig rücktrittsreif. Derartige Ansichten hätten "in einer Demokratie nichts verloren", meinte der Minister in einer Aussendung. "Leider haben solche Provokationen bei den Freiheitlichen seit Haider Tradition. Eine Volksgruppe derart zu beleidigen, schlägt dem Fass allerdings den Boden aus."

Kritik aus Ljubljana und Klagenfurt

Kritik kam auch vom slowenischen Regierungsbüro für Auslandsslowenen in Ljubljana. Man bedaure die jüngsten "intoleranten" Aussagen von einzelnen Kärntner Landespolitikern, die gegen die slowenische Volksgruppe in Kärnten gerichtet seien, hieß es in einer Aussendung. "Das Büro erwartet, dass Landespolitiker nicht wieder die Intoleranz verbreiten und die slowenische Volksgruppe nicht zu politischen Zwecken ausnützen werden", hieß es aus Ljubljana. Das Büro unter der Leitung der Ministerin für Auslandsslowenen, Ljudmila Novak, lehnt "die Denkweise von Rückkehr in die Zeit von überlebten Ideologien" ab.

Ungeachtet der Entschuldigung Dörflers gab es auch weiter scharfe Kritik der anderen Parteien in Kärnten. SPÖ-Chef Peter Kaiser zeigte sich von Dörfler "schwer enttäuscht", von der demonstrierten Überparteilichkeit Dörflers bleibe letztlich nur "Scheinheiligkeit" übrig. "FPK Parteivater Dörfler hat seine Kinder Scheuch, Dobernig und Co nicht mehr unter Kontrolle", so Kaiser. ÖVP-Landesrat Wolfgang Waldner bedauerte, dass durch "die populistische Haltung" von Dobernig wieder "Frontstellungen" aufgebaut würden. BZÖ-Chef Josef Bucher rief zu "einer Abrüstung der Worte" auf, das BZÖ weise jeden Angriff auf das friedliche Miteinander der Volksgruppen strikt zurück.

Kommentare

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@HC-Krache: Völlig richtig! Der Landespapa musste sich für seinen dümmlichen Politsohn entschuldigen, weil dieser zu feig ist, seine Aussagen zurückzunehmen und sich zu entschuldigen.
Ein Kärntner Landesrat, der zudem nicht weiß, wer ein echter Kärntner ist, hat wohl einen passenden Arbeitsplatz verfehlt.
Witzigerweise soll sich jetzt der slowenische Botschafter in Wien dafür entschuldigen, dass ihm nach den blöden Aussagen des slowenisch-windischstämmigen Unfriedenstifters eine Erinnerung an frühere Zeiten gekommen ist. Kärnten, nicht nur das Griechenland ,sondern auch das Absurdistan Österreichs.

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neinnein, das sind alles tadellose Persönlichkeiten,echte Charaktermenschen und Träger der goldenen Unschuldsvermutung. Nur leider,leider so unverstanden;-))

Aber irgendwie rührend wie sie sich winden und abzulenken versuchen und jetzt auch noch das "Good-Cop-Bad-Cop"-Spielchen auspacken,wo Dörfler die Rolle des Ersteren mimt. Er dürfte dafür wohl 240.000 Gründe haben.

Präpotenz, Dummheit u. Korruption u. wegen Feigheit vor dem Wähler 8 X aus dem Landtag ausziehen, was kommt als nächstes Herr Strache?!

Nicht nur Dörfler soll sich entschuldigen, vor allem der unkultivierte und untragbare Stänkerer. Dieser soll ehestens von der politischen
Bühne verschwinden.

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