DNA-Rätsel um "Phantom-Mörderin" gelöst:
Gen-Spur stammt von einer anderen Frau

Person hat mit den Verbrechen wohl nichts zu tun Wattestäbchenverunreinigung führte zu Fehlanalyse

DNA-Rätsel um "Phantom-Mörderin" gelöst:
Gen-Spur stammt von einer anderen Frau © Bild: APA/DPA/Woitas

Das Rätsel um das "Phantom von Heilbronn" ist gelöst: Die Gen-Spur vom Mord an einer Polizistin in Heilbronn vor eineinhalb Jahren stamme nicht von einem Tatbeteiligten, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Volker Link, am Freitag in Stuttgart. "Sie stammt, wie wir heute definitiv wissen, von einer anderen Frau."

Es handele sich um die DNA einer Arbeiterin in einem Verpackungsbetrieb in Bayern, sagte der Präsident des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, Klaus Hiller. In Österreich wurden dem Phantom 16 Delikte, überwiegend Einbruchsdiebstähle, zugeschrieben.

DNA-Frau identifiziert
Die Arbeiterin, von der seit dem Jahr 2001 an Tatorten unterschiedlichster Verbrechen immer wieder Gen-Spuren gefunden worden waren, wurde nach Angaben des LKA am Freitagnachmittag identifiziert. Sie habe mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mit der Begehung von Straftaten zu tun.

Die Möglichkeit einer Verunreinigung der Untersuchungsmaterialien wurde nach den Worten des Leiters der Sonderkommission für den Heilbronner Polizistinnenmord, Frank Huber, von Anfang an in Betracht gezogen. Ganz konkrete Hinweise habe es von österreichischen Ermittlern erst am 18. März gegeben. Daraufhin sei die Polizei sehr schnell auf die Firma in Bayern zugegangen und habe Speichelproben von allen Mitarbeitern genommen.

Wattestäbchen verunreinigt
Die Fehler bei den Ermittlungen wurden nach den Worten von LKA-Präsident Hiller durch verunreinigte Wattestäbchen verursacht. Diese Stäbchen würden nun nicht mehr verwendet. "Die jetzt identifizierte Schwachstelle wird zu einer entscheidenden Verbesserung der Spurensicherung führen", erklärte der LKA-Präsident.

(apa/red)