DNA-Datenbank zur Opfer-Identifizierung
in Japan: Bisher knapp 15.000 Todesopfer

Greenpeace misst Wasserqualität bei AKW Fukushima Tepco erwartet riesige Entschädigungszahlungen

DNA-Datenbank zur Opfer-Identifizierung
in Japan: Bisher knapp 15.000 Todesopfer © Bild: Reuters/Kyung-Hoon

Zur Identifizierung der zahlreichen Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe in Japan wollen die dortigen Behörden eine DNA-Datenbank einrichten. Die Polizeibehörden der besonders betroffenen Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima im Nordosten des Landes würden demnächst Angehörige um DNA-Proben von Vermissten bitten, berichteten japanische Medien.

So könnten innerhalb kurzer Zeit Zehntausende Erbgutproben zusammengetragen werden, schrieb die Nachrichtenagentur Kyodo. DNA-Proben sollen auch auf Gegenständen sichergestellt werden, die den Vermissten gehörten, berichtete der Fernsehsender NHK.

Die Polizei habe zur Identifizierung von Opfern der Katastrophe vom 11. März bereits Erbgutanalysen genutzt. Diese Methode solle nun aber systematischer zum Einsatz kommen. Die Identifizierung der Todesopfer werde schließlich immer schwieriger, weil die Leichen im Zustand fortgeschrittener Verwesung seien. Außerdem könnten systematische DNA-Analysen es den Angehörigen ersparen, sich auf der Suche nach ihren Liebsten zahlreiche Leichen ansehen zu müssen.

Beinahe 15.000 Todesopfer
Durch das Erdbeben der Stärke 9,0 und den anschließenden Tsunami waren in Japan nach neuen Angaben von Montag mindestens 14.728 Menschen ums Leben gekommen. 10.808 weitere wurden noch vermisst.

Unterdessen hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor der Küste nahe dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima mit Messungen der Wasserqualität begonnen. Bei den südlich des AKW vorgenommenen Tests handle sich um erste Untersuchungen zur Bestimmung des Verschmutzungsgrads von Meeresflora und -fauna und möglichen Auswirkungen auf die Nahrungskette, teilte die Organisation mit.

17. Mrd. Euro an Entschädigungszahlungen
Auf den AKW-Betreiber Tepco könnten einer Zeitung zufolge Entschädigungszahlungen von umgerechnet 17 Milliarden Euro zukommen. "Asahi" berichtete unter Berufung auf einen Entwurf der Regierung, der Konzern solle die Hälfte der Gesamtsumme von vier Billionen Yen (etwa 33 Mrd. Euro) über einen Zeitraum von zehn Jahren schultern. Die zweite Hälfte würden acht andere Energie-Unternehmen aufbringen müssen.

(apa/red)