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Nerven und Finale verloren:
Djokovic nach Niederlage gefasst

Für den Serben war es mit zwei Grand-Slam-Titeln trotzdem "ein ziemlich gutes Jahr"

Für Novak Djokovic ist das Tennis-Grand-Slam-Jahr mit einer Enttäuschung zu Ende gegangen. Nach knapp vier Stunden Schwerstarbeit auf dem Center Court von New York musste sich der 29-jährige Serbe im Endspiel der US Open dem grandios auftrumpfenden Stan Wawrinka 7:6(1),4:6,5:7,3:6 geschlagen geben.

Während der Schweizer in seinem dritten Grand-Slam-Finale den dritten Titel holte und sich im Alter von 31 Jahren und fünf Monaten als ältester Champion seit Ken Rosewall vor 46 Jahren in den Siegerlisten von Flushing Meadows verewigen durfte, musste Djokovic nach dem Auftakt-Aus bei Olympia und dem Drittrunden-Aus in Wimbledon eine weitere Enttäuschung verkraften.

"In den entscheidenden Momenten habe ich meine Nerven verloren. Er ist cool geblieben. Das hat das Match entschieden", analysierte Djokovic selbstkritisch. Nach seinem grandiosen Saisonstart mit dem Sieg bei den Australian Open und French Open war schon vom Golden Slam mit weiteren Titeln in Wimbledon, den US Open und bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die Rede. Doch nachdem Djokovic endlich auch erstmals in Paris triumphiert hatte, begann eine für seine Verhältnisse ungewohnt lange und intensive Leidenszeit. Dennoch führt Djokovic die Weltrangliste weiter mit großem Vorsprung an, und so wollte er sich das Jahr auch nicht schlechtreden lassen.

"Diese Niederlage kann die großartigen Momente nicht überschatten, die ich in Australien und besonders in Paris hatte", betonte Djokovic. "Zwei von vier Grand Slams zu gewinnen und in einem weiteren Finale zu stehen, ist ein ziemlich gutes Jahr." Doch ähnlich wie beim Damen-Tennis mit der Machtübernahme der Deutschen Angelique Kerber deutet sich auch bei den Herren eine Verschiebung der Hierarchie an.

Die einst großen Vier mit Djokovic, Roger Federer (derzeit verletzt), Andy Murray (Aus im Viertelfinale) und Rafael Nadal (Aus im Achtelfinale) sind längst nicht mehr unter sich. "Stan gehört definitiv auch zu den Top-Leuten", sagte Djokovic. Und von hinten drängen Jüngere wie der Kanadier Milos Raonic, Kei Nishikori aus Japan oder Österreichs Jungstar Dominic Thiem nach, und Ältere wie Wawrinka erweisen sich als ebenbürtige Konkurrenz.

"Ich bin ohne jede Erwartung oder mit dem Ziel des Titels angereist. Aber wenn ich auf den Platz gegangen bin, wollte ich jedes Match gewinnen", sagte Wawrinka und nutzte den Moment kurz vor der Siegerehrung für eine kleine emotionale Auszeit. "Wir haben uns einen großen Kampf auf dem Platz geliefert", sagte Wawrinka am 11. September 2016. "Aber es gibt Dinge, die wichtiger sind als Sport."

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