Django Unchained von

Hey, little troublemaker!

"Django Unchained" hat alles, was man sich von einem Tarantino-Western erwartet

  • Bild 1 von 11 © Bild: Sony Pictures

    Dr. Schultz und Django schließen einen Pakt.

  • Bild 2 von 11 © Bild: Sony Pictures

    Christoph Waltz ist der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz.

Literweise Blut, irrwitzige Dialoge, gute Musik und mittendrin ein hervorragender Christoph Waltz in Bestform - Quentin Tarantinos Western hat alle klassischen Zutaten, die jedes Fanherz höher schlagen lassen. Jetzt startet der für 5 Oscars nominierte Film endlich auch in den heimischen Kinos.

Django, ein Sklave, der in Ketten durch den tiefsten Süden der Vereinigten Staaten geführt wird, wird gleich zu Filmbeginn von Dr. King Schultz, einem deutschen Kopfgeldjäger, entfesselt und zum freien Mann erklärt - schließlich ist er der Einzige, der eine Verbrecherbande identifizieren kann, die ganz oben auf Schultz' Liste steht. Im Gegenzug wird ihm versprochen, seine Frau zu retten, die an den dekadenten Plantagenbesitzer Calvin Candie verkauft worden ist.

Der Westen: wild und blutig

Django geht auf den Deal ein und wird zum Quereinsteiger in die Zunft des Kopfgeldjagens. Es folgt ein brutaler Streifzug durch den staubigen Süden der USA, in dem Baumwollplantagen rot gefärbt und Menschen von Hunden zerfleischt werden, Sheriffs ihren Kopf verlieren und sich die Prototypen der Ku-Klux-Klan-Masken als nicht sonderlich praktisch erweisen. Unter einem Vorwand erschleichen sich Django und Dr. Schultz schlussendlich auch Candies Aufmerksamkeit, um in die Nähe von Djangos Frau Broomhilde zu gelangen, bis es schließlich auf dem Anwesen Candie Land zum großen Showdown kommt.

Entfesselte Darsteller

Obwohl Jamie Foxx als Django eine mehr als solide Verwandlung vom gebrochenen Sklaven zum stolzen Revolverhelden hinlegt, sind es in erster Linie Christoph Waltz und Leonardo DiCaprio, die in ihren Rollen glänzen. Tarantino hat im österreichischen Schauspieler eindeutig seine neue Muse gefunden: mit jeder Menge Charme und sprühender Energie spielt er den wortgewandten Kopfgeldjäger Dr. King Schultz, der von der Sklaverei gar nichts hält, in der Erfüllung seiner beruflichen Verpflichtungen allerdings kein Pardon kennt. Gemeinsam mit seinem Partner in Crime bildet er ein höllisch gutes Duo, das in Leonardo DiCaprios Calvin Candie jedoch einen würdigen Gegner findet. In seiner ersten Rolle als Bösewicht spielt DiCaprio einen reichen, sadistischen Plantagenbesitzer mit einer Vorliebe für brutale Sklavenkämpfe. An seiner Seite überzeugt auch Samuel L. Jackson, der als Haushälter auf Candie Land ein strenges Regime führt und rassistischer ist, als jeder Weiße. Kerry Washington spricht mehr Deutsch als Englisch, Don Johnson hat ein würdiges Hollywood-Comeback und der Regisseur selbst tritt wieder einmal für eine kleine Rolle vor die Kamera.

Typisch Tarantino

"Django Unchained" ist Tarantino in Bestform: brutale Gewalt, gepaart mit unglaublichem Wortwitz und Darsteller, denen man die Freude an ihren Rollen deutlich ansieht. Zurecht darf der Regisseur auf seinen zweiten Drehbuch-Oscar hoffen. Und bei seiner Hommage an den Spaghetti-Western hat Tarantino wieder einmal seinen untrüglichen Sinn für passende Filmmusik unter Beweis gestellt: Ennio Morricone zeichnet sich für den Soundtrack verantwortlich, weiters sind 2Pac, John Legend oder Johnny Cash zu hören.

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