Disput um Käsekrainer von

Patriotismus auf EU-Ebene

Irene Zöhrer über den kuriosen Käsekrainer-Kampf

Disput um Käsekrainer - Patriotismus auf EU-Ebene © Bild: NEWS

Unsere heißgeliebte Käsekrainer könnte bald ihren Namen verlieren - unvorstellbar und vor allem ziemlich absurd! Slowenien beansprucht die Bezeichnung "Krainer" wegen des Bezugs zur Region Krain bei der EU für sich. Das österreichische Patentamt protestiert. Immerhin soll die Variante mit Käse - die Käsekrainer - bei uns erfunden worden sein.

Zugegeben: ein verzwickter Fall. Aber warum gleich ein Behördenstreit auf EU-Ebene, der jede Menge Geld verschlingen wird - nur wegen des Namens einer Wurst? Eins steht fest: Geografischer Markenschutz steht hoch im Kurs, auch bei uns! Marchfeldspargel oder Gailtaler Speck darf nicht jeder auf sein Produkt schreiben. Und um das Steirische Kürbiskernöl streiten wir - ausgerechnet - mit den Slowenen. Die wollen unter starkem Protest der Steirer ein "Steirisches Kürbiskernöl jenseits der Mur" auf den Markt bringen.

Qualitätsschutz schön und gut, als Konsument kann ich auf diesen Trend gerne verzichten. Mir schwirrt ob der Herkunftsbeteuerungen im Supermarkt schon jetzt der Kopf. Ich möchte meine Käsekrainer weiter als solche bestellen und habe auch keine Lust, mir neue Namen für Frankfurter oder Berner Würstel zu merken. Letztere wurden zwar von einem Berner, aber in Zell am See erfunden. Hoffentlich kommt da nicht so bald jemand drauf...