Diskussion über WM-Plätze ist entbrannt:
Blatter schließt Umverteilung nicht ganz aus

Historisch schlechtestes WM-Abschneiden Europas Mit Südamerika ist der kleinste Verband der beste

Diskussion über WM-Plätze ist entbrannt:
Blatter schließt Umverteilung nicht ganz aus © Bild: Reuters/FIFA

Die Fakten sprechen klare Zahlen: Die Leistungen der Mannschaften der einzelnen Kontinente spiegeln nicht die jeweiligen Anzahlen der WM-Startplätze wider. Von fünf südamerikanischen Nationalteams stehen vier im Viertelfinale, von den 13 europäischen dagegen nur drei. Von den sechs afrikanischen Starten ist überhaupt nur mehr Ghana übrig und Asien sucht man vergeblich in der Runde der letzten acht.

Nun ist bereits eine Debatte darüber entbrannt, wie man zukünftig die WM-Startplätze verteilen könnte. FIFA-Präsident Joseph Blatter hält die Diskussion darüber für verfrüht, steigt aber dennoch mit ein. "Die Debatte hat hinter den Kulissen schon begonnen, aber lasst uns dieses Turnier zu Ende spielen", meinte der Schweizer einerseits, um andererseits festzustellen, dass man den Südamerikanern nicht noch einen WM-Teilnehmer zur Verfügung stellen könne. „Sie haben ja nur zehn Verbände“, so Blatter.

Das enttäuschende Abschneiden der afrikanischen Teams wollte Blatter nicht überbewerten. "Es kommt auch immer darauf an, in was für eine Gruppe man gelost wird", sagte der Schweizer. Der Viertelfinaleinzug Ghanas sei ein wichtiger Erfolg. Gastgeber Südafrika, Algerien, Nigeria, Kamerun und die Elfenbeinküste sind bereits in der Gruppenphase gescheitert.

Für Europa steht die Weltmeisterschaft 2010 für das bisher schlechteste Abschneiden bei einer WM überhaupt. Von den 53 UEFA-Mitgliedern durften 13 an der Endrunde teilnehmen, nur mehr Deutschland, Niederlande und Spanien stehen auch im Viertelfinale. Sollte die Anzahl der Startplätze für Europa verringert werden, würde das auch heißen, dass es für Österreich noch schwieriger werden würde, sich für die WM 2014 in Brasilien zu qualifizieren.

Wie auch immer, Blatter schloss eine Umschichtung der Startplätze nicht grundsätzlich aus. "Das wird eine interessante Debatte. Ich freue mich darauf", sagte der FIFA-Chef mit einem Lächeln.

(APA/red)