Diskussion um Haider-Satire: Regisseur Schalko verteidigt "Willkommen Österreich"

Sollte ein Gegenpol zur "Heiligenverehrung" sein BZÖ-Chef Scheuch fand die TV-Sendung "pietätlos"

Diskussion um Haider-Satire: Regisseur Schalko verteidigt "Willkommen Österreich" © Bild: ORF/Leitner

Der Regisseur der ORF-Latenight-Show "Willkommen Österreich", David Schalko, verteidigt die umstrittene Haider-Satire. Man habe einen "Gegenpol zu dieser Heiligenverehrung" schaffen wollen, die nach dem Tod Jörg Haiders in den Medien geherrscht habe, sagte Schalko in der ORF-Diskussionssendung "im Zentrum". Kärntens BZÖ-Chef Scheuch bezeichnete die Sendung als pietätlos.

Unter anderem hatten die Moderatoren Dirk Stermann und Christoph Grissemann in der Sendung über Haider-Erscheinungen in Kärnten gewitzelt, weil der Klagenfurter ÖVP-Bürgermeister Scheucher den verstorbenen Landeshauptmann bei der Trauerfeier mit einem Bibel-Zitat ("Seht, welch ein Mensch!") gewürdigt hatte. Das BZÖ forderte daraufhin die Absage eines Auftritts der beiden Kabarettisten in Kärnten, die FPÖ verlangte die Absetzung der Sendung.

Scheuch übte heftige Kritik an der Satire. "Es war nicht einmal 14 Tage her, dass wir den bedeutendsten Landeshauptmann verloren haben und das Land hat getrauert und trauert heute noch". Schalko ließ das nicht gelten: "Für jeden Menschen, den Sie finden, der es pietätlos findet, finde ich einen, der es richtig und notwendig gefunden hat, in dieser Situation."

Hat Humor gefehlt?
Eine differenzierte Bewertung versuchte der Karikaturist Gustav Peichl, der vor einer "Überhöhung" des Anlassfalles warnte. Kunst dürfe zwar alles, betonte Peichl, aber bei der fraglichen Sendung habe der Humor gefehlt. "Wenn da Humor dabeigewesen wäre, hätte es auch, glaub' ich, nicht diese wahnsinnige Reaktion gegeben von einer politischen Partei (dem BZÖ, Anm.), die halt arm ist, die eh nicht weiß was sie machen soll", so Peichl.

Die betroffenen Kabarettisten Stermann und Grissemann hatten die Teilnahme an der Diskussion übrigens abgelehnt, wie Moderator Peter Pelinka sagte.

(apa/red)