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Angelina ist eher uncool

Daniel Steinlechner über das Internet, das wie der Volksschulpausenhof funktioniert

Daniel Steinlechner © Bild: NEWS

Es gibt Dinge, die dürfen einen nicht interessieren, wenn man cool sein will. Manches ändert sich. Vor Kurzem kein Interesse für „Pokémon Go“ gehabt zu haben: sehr uncool! Sich heute für „Pokémon Go“ interessieren: was für eine traurige Existenz! Andere Dinge sind nur für bestimmte Gruppen cool. Politikinteressierte taten zuletzt so, als würden sie die Bezirksvertretungswahlen in Wiens Leopoldstadt begeistern. Vielleicht interessiert die Wahl die Kandidaten. Alle anderen sind Heuchler. In Wahrheit grenzt man sich ab, Distinktion nennen das Leute, die so tun, als würde sie diese Wahl beschäftigen. Unschick ist es hingegen, sich mit der Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt zu beschäftigen. Man verschickt zwar lustige Memes – aber immer ironisch, denn eigentlich interessiert einen das üüüberhaupt nicht. Das Internet funktioniert nicht anders als der Volksschulpausenhof. Natürlich hat man dort so getan, als wäre Franzis Panini-Album spannend und Mädchen doof. Aber, zugegeben: Das war schwerer, als die Leopoldstadt spannender als Brangelinas Breakup finden zu müssen.

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