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Selbstversuch als Wahlorakel

Zu 97 Prozent war ich mir sicher, wie die US-Wahl ausgeht.

Daniel Steinlechner © Bild: NEWS

Zu 97 Prozent war ich mir sicher, wie die US-Wahl ausgeht. Was soll ich sagen, als Orakel bin ich gescheitert. Sinnlose Debatten, bei denen man gschafteln kann, sind eine Männerdomäne. Das komplizierte US-Wahlsystem ist wie dafür gemacht. Deshalb haben auf Twitter vor allem Männer gestritten, ob Hillary Clinton mit 97-prozentiger oder 63-prozentiger Wahrscheinlichkeit Präsidentin wird. Geworden ist sie es gar nicht und ich frage mich, ob das nicht arg sinnlos war. Was brachte es, zu ergründen, wie Palm Beach, Florida, bei den letzten vier Wahlen abgestimmt hat? Während umgekehrt kaum jemand weiß, wie der eigene Bezirk bei der Nationalratswahl wählte. Klar, Trump macht uns Angst und Gefühle sind bekanntlich heikel, gerade für Männer. Aber Ängste lassen sich nicht mit 97-prozentiger Sicherheit ausschalten. Ängste sind da, äußern sich gesellschaftlich, und so landet man bei der Politik. Um die geht es bei Wahlen, Hobbyastrologie nimmt aber den Raum dafür. Wir sollten mutig sein und auf Wahlorakel verzichten. Keine Sorge, die Gschaftlhuberei stirbt deswegen bestimmt nicht.

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