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Geheimagent 00 Pokémon

Daniel Steinlechner © Bild: NEWS

Der saudischen Religionspolizei verdanken wir die Erkenntnis, dass "Pokémon Go“ ein unislamisches Glücksspiel ist. Doch was selbst den Argusaugen von Riads Tugendwächtern entging, ist nun der deutschen Bundeswehr aufgefallen. Diese befürchtet laut Medienberichten, dass die Spiele-App von findigen Spionen benützt wird, um Militäranlagen auszuspionieren. Die Hochtechnologie macht offenbar selbst vor dem altehrwürdigen Spionagegeschäft nicht halt. Laut Bundeswehr könnten Agenten die Jagd nach Pikachu nämlich nützen, um mit der App heimlich Fotos von Kasernen zu machen. Folgt man dieser Logik, dann muss man davon ausgehen, dass die offenbar recht tölpelhaft agierenden Spione bisher darauf angewiesen waren, zu Spähzwecken Löcher in Zeitungen zu schneiden oder Um-die-Ecke-Gucker, die dem "Micky Maus“-Magazin beiliegen, für ihre sinisteren Zwecke zu missbrauchen. Während derzeit eine Schreckensmeldung die nächste jagt, ist es beruhigend zu wissen, dass zumindest Spionage offenbar genauso simpel funktioniert, wie wir uns das als Kinder vorgestellt haben.

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