"Dies ist eine sehr delikate Phase für uns":
US-Bank will Mitarbeitern Luxus ausreden

"Niemand soll sehen, wie man auf großem Fuß lebt" Goldman Sachs in letzten Monaten mehrfach kritisiert

"Dies ist eine sehr delikate Phase für uns":
US-Bank will Mitarbeitern Luxus ausreden © Bild: APA/dpa/Scheidemann

Tu Gutes für die eigene Brieftasche und rede nicht darüber. Nachdem der Bankensektor wegen der Auszahlung von Gehaltsboni zuletzt massiv in die Kritik geraten ist, zieht die US-Großbank Goldman Sachs jetzt die Konsequenzen. Die Lösung der US-Großbank ist einfach: Bescheidenheit. Zumindest nach außen hin.

Die Investmentbank hält ihre Mitarbeiter mittlerweile dazu an, ihr Geld diskret auszugeben. In den vergangenen Wochen habe Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein die Banker verstärkt gemahnt, keinen luxuriösen Lebensstil zur Schau zu stellen. "Dies ist eine sehr delikate Phase für uns und Blankfein will sichergehen, dass man niemanden sieht, wie er auf großem Fuß lebt", so ein Mitarbeiter.

Schon Ende vergangenen Jahres habe Blankfein eine ähnliche Offensive gestartet, als die Banker-Boni erstmals in die öffentliche Kritik geraten waren, wie die "New York Post" berichtet. In den USA herrscht derzeit Empörung darüber, dass Goldman Sachs und andere Investmentbanken ihren Mitarbeitern hohe Bonuszahlungen gewährt haben, obwohl die Banken mit Staatshilfen gestützt worden waren. Die Mitarbeiter der New Yorker Finanzwirtschaft sind dafür bekannt, in den vergangenen Jahren ihre hohen Gehälter für einen ausschweifenden Lebensstil genutzt zu haben.

Zuletzt hatte Goldman Sachs erklärt, die Bank habe im zweiten Quartal einen Gewinn von 3,4 Mrd. Dollar (2,36 Mrd. Euro) gemacht und im ersten Halbjahr rund 11,4 Mrd. Dollar für die Vergütung seiner Führungskräfte zurückgestellt. Laut New Yorker Generalstaatsanwaltschaft hatte Goldman Sachs im vergangenen Jahr mehr Boni an seine Banker gezahlt als das Institut an Gewinn gemacht hatte.
(apa/red)