Die Wiener Klubs sind wieder im Aufwind: Austria mit 1. Heimsieg, Rapid schlägt SVM

Veilchen-Trainer Daxbacher passt's dennoch nicht Maierhofer war im Burgenland der Goldtorschütze

Die Wiener Klubs sind wieder im Aufwind: Austria mit 1. Heimsieg, Rapid schlägt SVM © Bild: APA/Pfarrhofer

Die Wiener Fußball-Bundesligisten Austria und Rapid haben trotz nicht unbedingt berauschenden Leistungen mit Erfolgen gegen Ried und Mattersburg ihre Ambitionen auf einen Platz im Titelrennen untermauert. Rechtzeitig vor den Europacup-Auftritten in UEFA-Cup- und Champions League-Quali setzte es für die Violetten mit einem 3:1 gegen die Innviertler ebenso einen Erfolg wie für den grün-weißen Erzrivalen, der im Burgenland mit einem 1:0 eine fast fünfjährige Negativserie beendete.

"Die Austria Wien ist wieder da", sangen die Fans der Violetten in Wien-Favoriten nach Schlusspfiff, trotzdem war beim zweiten Saisonerfolg der Austria und dem damit verbundenen Sprung in die oberen Tabellenregionen nicht alles eitel Wonne. Nachdem sich der Europacup-Teilnehmer aus einem von Drechsel (14.) abgeschlossenen Konter das 0:1 eingefangen hatte, überzeugte die Austria wie in der durchwachsenen vergangenen Saison nur bei Standards und nützte damit eine offenkundige Schwäche des Gegners durch Hattenberger (30., 1:1) und Standfest (53., 3:1) gnadenlos aus.

Daxbacher war gar nicht zufrieden
Karl Daxbacher war trotz der gelungenen Generalprobe für das Rückspiel gegen Tobol Kostanaj aber alles andere als zufrieden. "Der Auftritt der Mannschaft passt mir überhaupt nicht. Bewegungsfaul und verhalten. Wir brauchen immer einen Aufwecker wie das 0:1", erklärte der Coach, der Laufbereitschaft und Kampfgeist vermisste, nach Schlusspfiff. Während seine Schützlinge noch feierten, sparte der 55-Jährige nicht mit Kritik: "Die Mannschaft muss mehr Herz zeigen und den Ball nicht nur hin- und herzuschieben wir eine Seniorenmannschaft."

Nicht ganz so selbstkritisch fiel die Analyse der Spieler aus. "Nach dem 1:1 haben wir uns was getraut und verdient gewonnen. Die Formkurve steigt klar nach oben, so kann es weitergehen", meinte Verteidiger Schiemer. Nicht mehr lange das Austria-Trikot tragen dürfte nach der Verpflichtung von Diabang - der Senegalese gab ein unauffälliges Debüt - Stürmer Lafata. Gegen Ried stand der Tscheche als überzähliger Ausländer nicht im Aufgebot, er dürfte Wien bald verlassen.

Die Inkonsequenz des SV Ried
Im Rieder Lager haderte man nach der 15. Auswärtspleite in Serie mit dem Spielverlauf. "Das Stärkeprofil der Austria ist unserem Schwächeprofil gegenübergestanden", meinte Ried-Trainer Paul Gludovatz und Torschütze Drechsel ergänzte: "Heute war mehr möglich, wenn wir konsequenter bei Standardsituationen gewesen wären." Ärger herrschte im Lager der Oberösterreicher über das 2:1 durch Bazina (45.), vor dem Acimovic seinen Gegenspieler Brenner im Luftduell einen Rempler verpasst hatte. Dass Lexa beim Stand von 1:1 anstatt das leere Tor nur die Latte traf, blieb aber auch nicht verborgen. "Da hätte die Entscheidung fallen können", erklärte Gludovatz.

Nach Maierhofers Tor war's eigentlich erledigt
Meister Rapid reichte im Burgenland ein frühes Tor von Stefan Maierhofer (5.), um den ersten Erfolg im Pappelstadion seit fast fünf Jahren einzufahren. Nach einer hitzig geführten Partie war Coach Peter Pacult allein mit dem Resultat zufrieden. "Mit dem zweiten Tor wäre der Schluss (des Spieles, Anm.) ruhiger für uns gewesen. In der ersten Spielhälfte war es kein gutes Spiel. Es war Unruhe drin, der Spielaufbau hat bei beiden Mannschaften nicht geklappt", analysierte Pacult. Aus der einzigen guten Aktion vor der Pause sei auch das Tor gefallen.

Zwei zunächst befürchtete schwere Verletzungen stellten sich nach einer Computer-Tomographie in Wien als glimpflich heraus. Boskovic, der mit Verdacht auf Unterschenkelbruch ausgetauscht worden war, erlitt laut Rapid-Arzt Benno Zifko einen starken Knochenbluterguss. Heikkinen, der nach einem Zusammenprall über Rippenschmerzen geklagt hatte, zog sich eine starke Rippenprellung zu. Ob sie den Hütteldorfern im mittwöchigen Hinspiel der Champions League-Quali in Zypern gegen Anorthosis Famagusta wieder zur Verfügung stehen, ist fraglich.

Die Weisheit Franz Lederers
Mattersburg haderte nach der ersten Heimniederlage nach 15 Bundesliga-Spielen mit dem frühen Gegentor. "Die letzten Partien gegen Rapid stand es lange 0:0, heute haben wir einmal ein schnelles Gegentor kassiert.", meinte Trainer Franz Lederer, der am Auftreten seiner Mannschaft nur die fehlende Chancenauswertung bemängelte: "Wenn man das Tor nicht macht, verliert man."

Aufregung herrschte in den Reihen der Mattersburger wegen Schiedsrichter Einwaller. Ein Treffer von Naumoski wurde zum Ärger des Mazedoniers wegen Abseits aberkannt, nach Schlusspfiff zeigte der Unparteiische Abwehrchef Sedloski die Rote Karte. Laut Lederer hatte der mazedonische Teamspieler mit Verweis auf die Nachspielzeit "Fünf Minuten, nicht zwei Minuten" zu Einwaller gesagt.

(apa/red)

CASHPOINT - Wollen wir wetten?

Click!