Die Wahl ist für ihn so gut wie verloren:
Gordon Brown sieht sich nur als Außenseiter

Premier: "Kämpfen aber mit allem, was wir haben" Seine Labour Party liegt in Umfragen deutlich zurück

Die Wahl ist für ihn so gut wie verloren:
Gordon Brown sieht sich nur als Außenseiter © Bild: Reuters/Winning

Der britische Premierminister Gordon Brown sieht sich und seine Labour Party, die Großbritannien in den vergangenen 13 Jahren regiert hat, bei der nahenden Parlamentswahl nur als Außenseiter. Seine Partei sei es, die es bei der Wahl am schwersten habe, sagte Brown der Zeitung "The Observer".

Das Blatt hatte sich erst kürzlich hinter die Liberaldemokraten gestellt, deren Vorsitzender Nick Clegg durch die Fernsehdebatten deutlich an Ansehen gewonnen hatte. "Wir sind die Underdogs", sagte Brown. "Aber wir kämpfen mit allem, was wir haben."

In Umfragen deutlich hinten
Laut veröffentlichten Umfragen könnten die konservativen Tories bei der Parlamentswahl am Donnerstag bis zu zwölf Prozentpunkte vor Browns Labour Party landen. Eine Erhebung des Instituts YouGov für die Zeitung "Sunday Times" sah Labour mit 27 Prozent nur an dritter Stelle hinter den Liberaldemokraten (28 Prozent) und den Tories (35 Prozent). In einer Umfrage des Instituts Angus Reid für die Zeitung "Sunday Express" lag Labour sogar nur bei 23 Prozent - zwölf Prozentpunkte hinter den Konservativen.

Brown sagte der Zeitung "The Observer", er werde "jede Sekunde jedes Tages" für seinen Sieg kämpfen. Doch der Premier muss immer neue Rückschläge hinnehmen: Die Zeitungen "The Times" und "The Guardian" klar, dass sie ihn nicht unterstützen würden. "Die Wirtschaft ist in Gefahr. Das Risiko ist Brown", schrieb die "Times". Auch der traditionell der Labour Party zugeneigte "Guardian" versagte dem Regierungschef für den Urnengang am 6. Mai die Unterstützung und rief zur Wahl der Liberaldemokraten auf, deren Anführer Nick Clegg bei den TV-Debatten punkten konnte.

Abfällige Äußerungen
Für Gesprächsstoff sorgten weiter Browns abfällige Äußerungen über eine ältere Dame. Gillian Duffy sagte der Zeitung "Mail on Sunday", sie empfinde Mitleid für den Premier. Ihr tue "wirklich leid", was passiert sei, denn Brown habe "mehr zu verlieren" als sie. Der Regierungschef hatte sich am Mittwoch einen schweren Patzer im Wahlkampf geleistet. Nach der Begegnung mit der Seniorin im nordwestenglischen Rochdale hatte er die Frau im Gespräch mit einem Mitarbeiter "engstirnig" genannt. Dabei vergaß der Premier, dass noch das Mikrofon eines Kamerateams an seinem Anzug steckte.

Der konservative Spitzenkandidat David Cameron nannte Brown eine "geschrumpfte Persönlichkeit", die sich verzweifelt an die Macht klammere. Seine Tories seien bereit, die Verantwortung für das Land zu übernehmen, sagte Cameron der "Sunday Times". Brown gelangte im Jahr 2007 an die Macht, allerdings ohne eine Parlamentswahl. Er folgte Tony Blair nach, der Labour in den Jahren 1997, 2001 und 2005 zu Wahlsiegen geführt hatte.

(apa/red)

Kommentare

sagen kann man garnichts denn in wirklichkeit ist das nicht eine wahl, sondern über 600 einzelwahlen

bei jeder wahl geht es um einen sitz im parlament, den kriegt der jeweilige kanidat mit den meisten stimmen, ob das 99% oder nur 30% des wahlkreises sind ist egal, die meisten stimmen muss man haben im vergleich zu den gegnern, so kann eine minderheit der wahlstimmen eine mehrheit der sitze bedeuten

die umfragen sind zwar schön und gut sagen aber wenig aus, erstmal abwarten wie es ausgeht

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