Die Tech-Revolution im Gesundheitswesen:
FORMAT zeigt Wege zum digitalen Patienten

Spitäler, Behörden & Versicherer in einem Netzwerk "Healthcare" als Hoffnungsmarkt für IT-Unternehmen

Die Tech-Revolution im Gesundheitswesen:
FORMAT zeigt Wege zum digitalen Patienten © Bild: FORMAT

Der Doktor mit dem Laptop und der elektronische Krankenschein (E-Card) in der Brieftasche sind in der Regel das Augenscheinlichste, was der Patient zu sehen bekommt. Das wird sich ändern, denn im Gesundheitswesen steht eine Technologierevolution vor der Tür - aus verschiedensten Gründen. Brüssel hat in seinem Aktionsplan ausgegeben, "dass bis 2015 alle medizinisch relevanten Daten eines Patienten an jedem Ort und jederzeit zur Verfügung stehen müssen".

Die Vision: Der im Urlaub konsultierte Arzt im Ausland sollte auf die Patientenakte Einblick haben und so wissen, welche Medikamente verabreicht werden können. Der zweite große Treiber sind die nationalen Aufwendungen für die Gesundheit, "die mithilfe neuer Technologien zwar nicht weggespart, aber zumindest am Explodieren gehindert werden könnten", wie es der Health-Experte Peter Christen von der IBM formuliert.

E-Card als Basis-Infrastruktur für Vernetzung
Der elektronische Krankenschein ist - trotz einiger Anlaufschwierigkeiten - das System, auf dem die künftige elektronische Gesundheitsversorgung Österreichs aufbaut, weil darüber erstmals alle niedergelassenen Ärzte vernetzt sind und das kleine Kästchen (GINA), das nun in den Praxen steht, nicht nur Lesegerät für die Karten, sondern Datendrehscheibe ist. "GINA ist ein kleiner PC, über den jede Art von sicherer Kommunikation abgewickelt werden kann", beschreibt Hans-Jörg Seeburger, der Gesundheitstelematik-Experte von Siemens Business Services. "Im nächsten Schritt könnten weitere Dienstleister angebunden werden, zum Beispiel Apotheker."

Vernetzt wird auch bei den Krankenhäusern, die IT-technisch durchwegs gut, teilweise sogar exzellent ausgestattet sind. Die Situation in NÖ steht exemplarisch für die häufige Ausgangslage. 22 Krankenanstalten, von unterschiedlichsten Trägern, wurden unter Landeshoheit gestellt, und der Krankenanstaltenverbund arbeitet in einem Megaprojekt nun daran, die Vernetzung der Arbeitsebene durch Harmonisierung und Standardisierung technisch und ökonomisch sinnvoll aufzuarbeiten. Thomas Pöchacker, CIO der Landesklinikenholding, beschreibt die Herausforderung: "In den 22 Landeskrankenhäusern waren 300 Programme von 95 Anbietern im Einsatz." In einem Mehrstufenplan werden nun zuerst die Infrastruktur, dann die kaufmännischen Programme und am Schluss die medizinischen Anwendungen standardisiert und vereinheitlicht. "Letzteres werden wir ab 2009 angehen", sagt er.

Healthcare als Hoffnungsmarkt für IT-Anbieter
Für die IT-Firmen ist der Markt ein einträgliches Geschäft. Zu genauen Umsätzen gibt es hierzulande keine aussagekräftigen Zahlen, da der Markt zu fragmentiert ist. Gartner-Analyst Manfred Troger sagt: "Die Ausgaben in Europa sind ein Bruchteil dessen, was in den USA ausgegeben wird. Bei uns gilt, je länger der Patient im Krankenhaus ist, umso mehr Geld fließt. Das Interesse war historisch gesehen bislang also weniger hoch, mit IT effizienter zu werden." Das ändert sich langsam.

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