Die letzten Stunden von Michael Jackson: Leibarzt pumpte ihn mit Medikamenten voll

Schlaflose Nacht: Murray verabreichte starke Mittel Arzt rief 1 1/2 Stunden nach Atemstillstand den Notruf

Die letzten Stunden von Michael Jackson: Leibarzt pumpte ihn mit Medikamenten voll © Bild: APA/EPA/Spies

Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr daran: Michael Jackson ist an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Jetzt sind Gerichtsakten aufgetaucht, die die letzten Stunden des "King of Pop" rekonstruieren. Gegen Jacksons Leibarzt Conrad Murray erhärtet sich damit der Verdacht, dass er Schuld am Tod des Popstars hat.

Über sechs Wochen hinweg hat Murray Jackson mit Propofol versorgt, um ihm beim Einschlafen zu helfen. Jeden Abend spritzte er ihm 50 mg des starken Narkotikums direkt in die Venen. Eine Gewohnheit, die schließlich zum Tod geführt hat.

Zwei Tage vor Jacksons Tod hat Murray das Propofol abgesetzt, da er befürchtete, der Sänger wäre längst süchtig. Im Folgenden die letzten Stunden des "King of Pop" am 25. Juni 2009.

1:30 Uhr
Murray will Jackson ohne Propofol zum Schlaf verhelfen. Er gibt ihm eine 10 mg Valium-Tablette, die ihre Wirkung verfehlt.

2:00 Uhr
Der Arzt verabreicht Jackson 2 mg Lorazepam in die Venen.

3:00 Uhr
Murray spritzt 2 mg Midazolam, doch Jackson bleibt wach.

5:00 Uhr
Jackson ist immer noch schlaflos. Der Arzt verabreicht ihm neuerlich 2 mg Lorazepam.

7:30 Uhr
Noch einmal 2 mg Midazolam - direkt in die Vene gespritzt. Murray bleibt am Bett von Michael Jackson und überprüft Atmung und Puls mit professionellen Geräten.

10:40 Uhr
Der King of Pop hat eine schlaflose Nacht hinter sich. Auf Jacksons Drängen hin verabreicht Murray 25 mg Propofol mit Lidokain. Jackson schläft ein.

10:50 Uhr
Murray verlässt Jacksons Schlafzimmer, um auf die Toilette zu gehen. In seiner Einvernahme behauptet der Arzt, er wäre nicht länger als zwei Minuten weg gewesen. Bei seiner Rückkehr hat Jackson nicht mehr geatmet. Murray beginnt mit Wiederbelebungsmaßnahmen und verabreicht Fluamezil, ein Medikament gegen Überdosen.

Via Handy ruft Murray Jacksons persönlichen Assistenten und bittet ihn, die Security-Kräfte rauf zu schicken. Bevor die Bodyguards eintreffen verlässt der Arzt den sterbenden "King of Pop", rennt in die Küche und weist den Koch an, Jacksons ältesten Sohn Prince zu holen.

12:21 Uhr
Eineinhalb Stunden nach Jacksons Atemstillstand wird ein Krankenwagen in Jacksons Villa gerufen. Murray begleitet den Transport in das UCLA Medical Center, wo Jackson um 14:26 Uhr für tot erklärt wird.

Das Protokoll von Michael Jacksons letzten Stunden wirft viele Fragen auf. Warum lässt Murray einen Patienten, der nicht selbständig atmet allein, um dessen Sohn zu holen? Warum verabreicht er immer wieder starke Medikamente wenn er schon wusste, dass Jackson ein Suchtproblem hat. Und warum wartet er dann eineinhalb Stunden bis er einen Krankenwagen für seinen Patienten ruft, der zu atmen aufgehört hat?

(red)