"Die Stadien sind für eine EM viel zu klein":
Italiens Presse entdeckt die EM-Gastgeber

Gazzetta dello Sport befürchtet Ticket-Schwarzhandel "Jedes System ist erlaubt, um eine Karte zu erhalten"

Nachdem die italienische Nationalmannschaft die Qualifikation für die EURO 2008 geschafft hat, kritisiert die Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" die acht Stadien in Österreich und in der Schweiz, in denen die EM-Matches ausgetragen werden. "Die acht Stadien der EURO 2008 sind zwar modern, doch schrecklich klein. Zu klein für eine EM, für die schon vor acht Monaten, als die beteiligten Mannschaften noch nicht bekannt waren, 10,36 Millionen Karten gefordert worden waren", schrieb die Mailänder Tageszeitung.

Von der Kritik verschont blieben das St.-Jakob-Stadion in Basel und das Wiener Ernst-Happel-Stadion. "In den anderen sechs Stadien gibt es nur 30.000 Plätze. Zwei Drittel der Karten bekommen die beiden Mannschaften, den Rest Sponsoren und die UEFA. Dem Verband bleiben ca. 8.000 Karten übrig. Wenn man Freunde, Gäste und Politiker ausschließt, bleibt nichts mehr übrig", kommentierte das Blatt.

"Die Stadien sind klein, weil die beiden Länder, die mit der Organisation der EM beauftragt worden sind, keine Bevölkerungen und Meisterschaften haben, die riesige Stadien rechtfertigen würden. In Österreich will man nach der EM die Strukturen in Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck abbauen und sie nach der EM halbieren", so "Gazzetta".

Die Tageszeitung befürchtet, dass der Schwarzhandel mit den EM-Karten im Internet florieren wird. Im Netz würden schon Preise für die Karten der ersten EM-Spiele um die 1.350 Euro kursieren. Für das Endspiel könnten sogar 5.750 Euro verlangt werden. "Sollte die Suche nach den Karten scheitern, bleibt nichts anderes übrig, als in die Städte zu fahren, wo die Spiele ausgetragen werden, und die Personen finden, die die 750 Karten gewonnen haben, die den Einwohnern zugesprochen werden. Jedes System ist erlaubt, um eine Karte zu erhalten", so "Gazzetta".
(apa/red)