Die Scheidung ist nun endgültig vollzogen: Daimler AG hat sich von Chrysler getrennt

Teilweise Unmut: Heftige Debatten um neuen Namen Wo Mercedes drinnen ist, soll Mercedes drauf stehen

Die Scheidung ist nun endgültig vollzogen: Daimler AG hat sich von Chrysler getrennt

Mit der Umbenennung in "Daimler AG" haben die Aktionäre des Stuttgarter Autobauers einen Schlussstrich unter die gescheiterte Firmenehe mit dem US-Konzern Chrysler gezogen. Die Anteilseigner stimmten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Berlin mit fast 99 Prozent für den neuen Namen.

Heftige Debatten gab es über den neuen Namen. Einigen Aktionären fehlt der Verweis auf Carl Benz. Die Firma des Autopioniers hatte 1926 mit dem Unternehmen von Gottlieb Daimler zur Daimler-Benz AG fusioniert. Vor den rund 5.000 Aktionären verteidigte Konzernchef Dieter Zetsche den Vorschlag des Vorstands: "Mit dem Konzernnamen 'Daimler' setzen wir ein klares Zeichen, dass wir ein neues Kapitel aufschlagen und gleichzeitig unsere Tradition als Erfinder des Automobils würdigen."

Benz bleibt trotzdem
Um auf den Gesamtkonzern Bezug zu nehmen, verwende der Konzern künftig den Namen "Daimler". "Wo es ganz überwiegend um Produkte der Marke Mercedes-Benz geht, wird der stolze Name 'Benz' nicht nur prominent bleiben, er wird sogar deutlich prominenter werden." So sollen neben der Pkw-Markengruppe künftig auch Werke und ausländische Niederlassungen unter "Mercedes-Benz" firmieren. Das reicht manchen Eigentümern nicht aus. "Das Unternehmen könnte auch 'Benz AG' heißen", schlug Heidemarie Hirsch vor, die Ur-Ur-Großnichte von Carl Benz, der 1886 das erste Auto zum Patent angemeldet hatte. "Geben sie dem Konzern seine Seele zurück."

Daimler von Ford
Einige Eigner äußerten zudem rechtliche Bedenken, da Ford über seine Tochter Jaguar noch Rechte an dem Namen "Daimler" hält. Der Konzern habe sich für 20 Mio. Dollar (14,2 Mio. Euro) die Erlaubnis zur Verwendung des Namens - für den Konzern, aber nicht als Marke - gesichert, entgegnete Zetsche. Schon seit rund 100 Jahren liegen die Markenrechte an dem Namen "Daimler" bei anderen, weshalb Gottlieb Daimlers Unternehmen seine Autos seinerzeit "Mercedes" nannte. Weitere 70 Mio. Euro wird die Änderung des Namens etwa auf Schildern, Visitenkarten und Werksausweisen kosten.

Schon früher hitzige Diskussionen
Über den Namen hatte es schon bei der Fusion 1998 heiße Diskussionen gegeben. Die Führungsriege von Chrysler beschloss in der Sitzung, in der sie das Zusammengehen absegnen wollte, auf "ChryslerDaimler-Benz" zu bestehen. Der damalige Chef Jürgen Schrempp entgegnete, er opfere den Namen "Benz". Wenn der US-Konzern nicht auf den Namensvorschlag "DaimlerChrysler" eingehe, blase er das Geschäft ab. (APA/red)