Die Radrundfahrt ist am Leben geblieben:
Auch heuer geht es um den Glocknerkönig

Ein Drittel weniger Budget - keine Live-Übertragung Vorletzte Etappe: Einzelzeitfahren in Podersdorf

Die Radrundfahrt ist am Leben geblieben:
Auch heuer geht es um den Glocknerkönig
© Bild: Reuters/Ebenbichler

Ungeachtet aller negativen Aspekte, die den Profi-Radsport belasten, erlebt die Österreich-Rundfahrt vom 5. bis 12. Juli ihre 61. Auflage. Das Rennen führt über acht Etappen (1.208 km) und durch acht Bundesländer vom Bodensee zum Neusiedlersee, vorentscheidend werden der zweite Abschnitt mit der Bergankunft auf dem Kitzbüheler Horn, der dritte mit der Fahrt über die Großglockner-Hochalpenstraße nach Prägraten/Osttirol und der vorletzte mit dem 26-km-Einzelzeitfahren in Podersdorf sein.

Tour-Direktorin Ursula Riha hatte in der Vorbereitung mehrfach am Zustandekommen gezweifelt, musste Rückschläge einstecken, umso herzlicher fiel am Donnerstagabend bei der Strecken-Präsentation im Palais Niederösterreich in Wien der Dank an die Sponsoren und Partner aus. "Wichtige Partner stehen auch in schwierigen Zeiten hinter uns, das ist ein tolles Gefühl", erklärte Riha.

Ein Drittel weniger Budget
Das Budget wurde gravierend reduziert (Riha: "Mindestens ein Drittel fehlt von dem, was ich gerne hätte"), Fahrer und Fans werden davon aber nichts merken, die Qualität wird eines Etappenrennens der zweithöchsten UCI-Kategorie (unter Tour de France, Giro und Vuelta) würdig sein.

Gespart wurde vor allem bei den TV-Kosten - es gibt diesmal keine Live-Übertragungen, dafür abendliche Zusammenfassungen in ORF 1 - und den Personalausgaben, zudem leisten die Teams durch Verzicht auf Reisespesen einen Beitrag.

18 Rennställe werden mit je acht Fahrern am 5. Juli in Dornbirn am Start der ersten Etappe durch das "Ländle" stehen. Fix sind derzeit die vier heimischen Teams Vorarlberg-Corratec, Elk Haus NÖ, Gourmetfein Wels und KTM Braunau. Die übrigen Mannschaften werden erst nach dem Giro d'Italia bekanntgegeben, das Interesse ist jedenfalls groß. "Wir werden sicher Rennställe ablehnen müssen", erklärte Riha.

Rohregger-Teilnahme mit Milram möglich
Man kann aber davon ausgehen, dass das deutsche Team Milram zur Rundfahrt kommen wird. Damit ist auch nicht ausgeschlossen, dass der derzeit im Giro d'Italia engagierte Vorjahressieger Thomas Rohregger neuerlich dabeisein wird. "Es ist denkbar, wenn er nicht zur Tour de France fährt", erklärte Riha, die sich aber nicht auf Spekulationen einlassen wollte. Es sei einfach zu früh, um Fahrer zu nennen. "Wir versuchen einen gesunden Mix zu erzeugen, wollen nicht nur tolle Namen, sondern Profis, die in Form sind." Der Gesamtsieger wird am 12. Juli nach der Schlussetappe vor dem Wiener Rathaus geehrt.

ÖRV-Präsident Otto Flum, der sich als strenger Doping-Gegner und Befürworter von gerichtlicher Verfolgung von Dopingsündern positioniert hat, freute sich über das Überleben des Traditionsrennens. "Eine Absage käme einem Kniefall vor dem Dopingsystem gleich", sagte Flum.

Die Möglichkeiten eines Veranstalters sind freilich beschränkt. Bei der Ö-Tour wurden jedenfalls die Verträge mit den Teams um einen Passus erweitert, der im Falle der Verletzung von Anti-Doping-Bestimmungen oder eines begründeten Verdachts einen Ausschluss von der Rundfahrt und eine Strafzahlung von 30.000 Euro vorsieht.

(apa/red)