Die Österreicher werden immer fauler: Kürzeste Wege werden mit Auto gefahren

Der Trend sorgt für Staus und belastet die Umwelt 5,6 Mrd. Liter Treibstoff-Verbrauch der Österreicher

Die Österreicher werden immer fauler: Kürzeste Wege werden mit Auto gefahren

Die österreichischen Autofahrer verbrauchten im Vorjahr insgesamt 5,6 Milliarden Liter Treibstoff - laut einer Statistik des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) um 850 Millionen Liter mehr als noch im Jahr 1995. Wege, die früher noch zu Fuß zurückgelegt wurden, werden immer öfter mit dem Pkw erledigt. Zusätzlich ist der Preis für ein Barrel Rohöl seit 2000 von 28 auf 60 US-Dollar gestiegen. Für den VCÖ Grund genug, um auf den heurigen Mobilitätspreis aufmerksam zu machen.

"Während vor zehn Jahren noch 51 Prozent der Wege mit dem Kfz gefahren wurden, waren es im Vorjahr bereits 58 Prozent. Diese Entwicklung sorgt nicht nur für mehr Staus, sondern belastet sowohl die Brieftasche als auch die Umwelt", betonte Wolfgang Rauh vom VCÖ-Forschungsinstitut am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Außerdem bedeute die Zunahme des Energieverbrauchs um 850 Mio. Liter Treibstoff seit 1995, dass zusätzlich 1,87 Mio. Tonnen CO2 in die Luft geblasen werden.

Dabei wäre das Potenzial, den Energieverbrauch in Österreich zu senken, laut VCÖ "sehr groß". "Fast jede zweite Strecke, die mit dem Auto gefahren wird, ist kürzer als vier Kilometer, jede zehnte sogar kürzer als einen Kilometer. Die VCÖ-Untersuchung zeigte überdies, dass die Ursache für die zunehmende Benützung des Autos für kurze Wege auch das "Sterben der Nahversorgung im Ort sowie die Zersiedelung" verantwortlich ist. Rauh: "Wer früher zum Geschäft im Dorf eingekauft hat, braucht heute ein Auto, um das Einkaufszentrum am Stadtrand zu erreichen."

Deshalb hat der VCÖ in Kooperation mit den ÖBB, dem Verkehrs- sowie dem Umweltministerium auch heuer wieder den Mobilitätspreis ausgeschrieben. Im Rahmen des Wettbewerbes werden die besten praxisorientierten Lösungen ausgezeichnet. Am Mobilitätspreis können Gemeinden, Betriebe, Unternehmen, Fahrschulen, Organisationen sowie Schulen und Universitäten teilnehmen. Für Privatpersonen gibt es einen eigenen Ideenwettbewerb.

"Im Vorjahr wurden mehr als 200 Projekte eingereicht. Heuer können beispielsweise Betriebe mitmachen, die Mobilitätsmanagement umgesetzt haben. Oder Gemeinden, die das Gehen und Radfahren fördern sowie Fahrschulen, die spritsparendes Fahren in ihrer Ausbildung anbieten", erklärte Rauh. Im Laufe der mittlerweile 15-jährigen Geschichte des Mobilitätspreises wurden insgesamt rund 1.400 Projekte eingereicht.