"Die Noten bleiben": Unterrichtsministerin Schmied möchte an Vergabe nicht rütteln

Von Umfrage zur Gesamtschule "nicht entmutigt" Wissenschaftsminister Hahn fühlt sich bestätigt

Nicht rütteln möchte Unterrichtsministerin Claudia Schmied an der Vergabe von Ziffernnoten. "Die Noten bleiben", betonte die Ministern auf einer Pressekonferenz mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn. Eine Arbeitsgruppe der Expertenkommission zur Schulreform hatte sich gestern in einem noch nicht akkordierten Bericht für deren Abschaffung in den ersten drei Klassen einer Neuen Mittelschule ausgesprochen. Eine politische "1:1 Umsetzung" der Vorschläge werde es aber ohnehin nicht geben, stellt Schmied klar.

Schmied plädierte für die Beibehaltung der Noten bei gleichzeitiger verbaler Beurteilung. Die Expertenberichte seien für sie Grundlage, ihre Verantwortung liege in der "politischen Machbarkeit", erläuterte die Ministerin ihre Vorgangsweise.

"Nicht entmutigt" ist Schmied von einer Fessl-GfK Umfrage, wonach fast zwei Drittel der Österreicher sich für die Beibehaltung des derzeitigen Schulsystems aussprechen. Nach dem erzielten Kompromiss habe man jetzt die Möglichkeit, die Modellversuche zur Gesamtschule zu starten, meinte sie. "Jetzt nehmen wir uns die Zeit und probieren es aus", so Schmied.

Hahn fühlt sich bestätigt
Wissenschaftsminister Hahn fühlt sich von den Ergebnissen der Befragung bestätigt. Mit dem Verhandlungsergebnis habe man genau dieser Stimmungslage Rechnung getragen, sagte er: Eltern seien bereit Neues auszuprobieren, würden aber gleichzeitig eine Garantie für Wahlfreiheit und Mitbestimmung wollen.

Von der Kritik der Vorsitzenden der AHS-Lehrergewerkschaft Eva Scholik möchte sich Schmied ebenfalls nicht beirren lassen. Scholik hatte gemeint, man konzentriere sich zu sehr auf die Gesamtschuldiskussion statt auf das derzeitige Schulsystem. Schmied räumte zwar ein, dass die Verhandlungen der letzten Woche für sie emotional durchaus anstrengend gewesen seien, sie habe aber auch im jetzigen System bereits viele wichtige Projekte umgesetzt. Als Beispiele nannte sie die Senkung der Klassenschülerhöchstzahl, den Ausbau der Nachmittagsbetreuung und den Start der Pädagogischen Hochschulen.

(apa/red)