Die Kommunisten packt der Jugendwahn:
Castro will Amtszeit von Politikern limitieren

Parteiführung soll umstrukturiert und verjüngt werden Parteitag in Kuba: Reformen aus der Not geboren

Die Kommunisten packt der Jugendwahn:
Castro will Amtszeit von Politikern limitieren © Bild: Reuters

Nach dem Willen des kubanischen Staatschefs Raúl Castro sollen politische Ämter künftig nur noch maximal zehn Jahre hintereinander ausgeübt werden dürfen. Er schlage eine Begrenzung auf zwei Amtszeiten à fünf Jahre vor, sagte Castro zum Auftakt des sechsten Parteitags der Kommunisten in Havanna. Dies solle der Verjüngung der Führung dienen. Der 79-Jährige sprach in der Hauptstadt vor rund tausend Delegierten des ersten Parteitags seit fast 14 Jahren.

Damit weist Staats- und Regierungschef Raul Castro (79) auf einen folgenschweren Fehler hin, der die vertrackte Lage Kubas mitverursacht hat. Es fehlen auch innerhalb der Parteistrukturen die jungen Leute, die über eine Ausbildung verfügen, um Kuba zu einem modernen Staat zu machen. Und das ist eine gigantische Aufgabe: Denn Weltwirtschaftskrise, Unwetter und vor allem die Unproduktivität der Staatsbetriebe haben Kuba in den vergangenen Jahren an den Bettelstab gebracht.

Bei dem bis morgen, Dienstag, angesetzten Parteitag will Castro nun seine im vergangenen Jahr angekündigten Wirtschaftsreformen billigen lassen, die Kuba tiefgreifend verändern sollen. Auf dem Parteitag soll zudem die Parteiführung umstrukturiert und verjüngt werden. Dabei will Fidel Castro den Posten des Ersten Parteisekretärs abgeben, den er seit 1965 innehat. Castros 84-jähriger Bruder und "Revolutionsführer" Fidel hatte Kuba seit dem Jahr 1959 regiert und die Macht im Juli 2006 aus gesundheitlichen Gründen an seinen Bruder Raúl übergeben.

(apa/red)