Die Herausforderer vermissten Fischer:
Gehring und Rosenkranz im Zweier-Duell

'Parteiabhängigkeit' gegen 'politische Unerfahrenheit' Heinz Fischer sei 'nicht volksnah, sondern abgehoben'

Die Herausforderer vermissten Fischer:
Gehring und Rosenkranz im Zweier-Duell © Bild: ORF

Der abwesende dritte Bewerber, Bundespräsident Heinz Fischer, dominierte Sonntagabend weite Strecken der ORF-Fernseh-Konfrontation zwischen FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz und Rudolf Gehring. Beide kritisierten gleich eingangs, dass Fischer sich dem Gespräch mit ihnen nicht stellte - und wollten auch das Argument nicht gelten lassen, dass noch nie ein amtierender Bundespräsident an einer Konfrontation teilgenommen habe.

Es sei eine "eigenartige Haltung", dass Fischer nicht gekommen sei, um mit ihm "als Mann aus dem Volk direkt zu reden", beklagte Gehring - auf die erste Frage, wie er mit seiner jetzigen Prominenz als Präsidentschaftsbewerber umgehe.

Fischer "nicht volksnah"
In der späteren ORF-Debatte wies Rosenkranz Fischers Argumentation zurück, er wolle nicht mit ihr über die Existenz der Gaskammern diskutieren müssen. Sie sei seit 20 Jahren in der Politik - Fischer müsse also wissen, dass er keinen Grund für diese Aussage habe. Gleich zu Beginn kündigte sie an, dass "alle Fragen auch im Hinblick auf die Amtstätigkeit Heinz Fischers beantwortet werden" müssten - was sie dann immer wieder tat. Und deponierte, der Bundespräsident habe seine Kompetenzen nicht genützt, sei inaktiv gewesen - und "das Gegenteil von volksnah", nämlich "enorm abgehoben".

Auch Gehring kritisierte, Fischer habe sein Amt "nicht richtig ausgeübt" - weshalb jetzt kritisch über die Funktion des Bundespräsidenten diskutiert werde.

Aber nicht nur der Abwesende wurde angegriffen, ein wenig versuchten die beiden Kandidaten auch, gegeneinander wahlzukämpfen. So hielt Gehring Rosenkranz ihren Werdegang vor - dass sie bisher nur Parteifunktionen gehabt und keine dem Amt angemessene Ausbildung habe. Er als Parteiunabhängiger könne ohne die "Fesseln der Parteiapparate" agieren - während Rosenkranz Hinweise bekomme, wie sie ihren Wahlkampf zu gestalten habe und ihr vorgeschrieben werde, "was Sie zu erklären haben".

"Nett"
Ihren Einwand, sie sei nicht nur in Parteifunktionen aktiv, sondern 15 Jahre lang Mutter und Hausfrau gewesen, tat Gehring mit "das ist nett" ab. Was Rosenkranz empörte: Er sei jetzt "nicht nett" zu ihr gewesen.

Rosenkranz' Konter, sie habe eigenständig als einzige gegen den Lissabon-Vertrag gestimmt, schätzte er zwar in der Sache, aber "eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", befand Gehring.

Die FPÖ-Kandidatin revanchierte sich, indem sie íhm fehlende politische Erfahrung vorwarf. Hätte er solche, wüsste er, dass es vernünftig wäre, nur Vorschläge vorzulegen, die eine realistische Chance haben - merkte sie dazu an, dass Gehring für das Familienwahlrecht eintrat. Würde man das voranbringen können, wäre es zwar etwas Gutes, "aber Politik ist etwas anderes".

Mitte und Rechts
Unumwunden "rechts" war Gehrings Antwort auf die Frage, wo im politischen Spektrum er Rosenkranz ansiedelt. Sie hatte sich als "klassische Freiheitliche" "wohl Mitte-Rechts" eingeordnet. Sich selbst bewarb Gehring als "bürgerliche Mitte, weder linksorientiert noch rechtsorientiert, im Gegensatz zu beiden Mitbewerbern".

Unterschiedlich war die Auskunftsfreude in Sachen Einkommen: Gehring wollte seine "kleine Pension" - als Beamter, der mit 57 Jahren in Pension ging - nicht beziffern. Rosenkranz gab an, dass ihr als Landesrätin nach Abzug der Parteiabgaben "sehr erkleckliche" 5.800 Euro bleiben.

Die FPÖ-Kandidatin nützte die Gelegenheit, um noch einmal zu betonen, dass sie das Verbotsgesetz nie in Frage gestellt habe. Dieses Gesetz solle "so bleiben wie es ist", verlangte sie auch keine Änderung: "Ich akzeptiere das Verbotsgesetz in der Form, wie es ist, als Symbol der Abgrenzung gegen den Nationalsozialismus."

Fischer kann nicht überzeugen
Der abwesende Fischer war etwa zwei Stunden vor der ORF-Konfrontation beim Privatsender ATV zu Gast. Dort sollte er eine Fokusgruppe aus 30 Nichtwählern davon überzeugen, zur Wahl zu gehen. Das Vorhaben misslang: Nur zwei bis drei Testpersonen haben sich umentschieden.

(apa/red)

Kommentare

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Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) In Ihrem Beitrag wurde die Stellungnahme d.beiden Kanditaten zur Familie überhaupt nicht erwähnt.
Für Dr.Gehring ist das ideale Frauenbild jenes,in dem sich die Frau frei entscheiden kann,ob sie berufstätig sein will oder zu Hause Familienarbeit leistet.Dies sei aber nur möglich,wenn d.finanziellen Rahmenbedingungen passen.
Dazu ist noch nie erwähnt worden, dass Dr.Gehring bereits ein Kinder-u.Familienvolksbegehren initiiert hat,wofür Unter-stützungserklärungen gesammelt werden.
Dies fordert ein Müttergehalt (Erziehungseinkommen) - siehe Homepage CPÖ (Landesorganisation Steiermark).
Auch ist kaum bekannt,dass dieses Müttergehalt für a l l e
Mütter (od.Väter),die Kinder betreuen,vorgesehen ist,auch wenn sie einer außerhäusl.Tätigkeit nachgehen u.mit d.Partner Familienarbeit teilen.

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Re: Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) Das Müttergehalt wird von den Medien nicht richtig weitergegeben und immer nur von "zurück an den Herd" berichtet. Fälschlich wird es so verstanden, dass es nur für jene gilt, die voll zu Hause bleiben (wie auch im Beitrag - Hohes Haus v.18.4.).
Mit diesem Einkommen hätte man die freie Wahlmöglichkeit, ob man seine Kinder selbst betreut oder Kinderbetreuungsleistung zukaufen will.

Die Vorteile eines solchen wären, dass sich Familien wieder für 1-2 Kinder mehr entscheiden würden. Zur Sicherung unseres Pensionssystems bräuchten wir 2,1 Ki./Fam. - dzt. Stand 1,34Ki./Fam. Man wäre voll versichert und würde Pensionszeiten erwerben. Die Höhe sollte sich nach dem Pflegegeld richten. Es soll damit die Betreuung d.Kinder
g l e i c h w e r t i g der Betreuung eines älteren Angehörigen sein.

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Re: Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) Zum Thema Familienbeihilfe wäre noch zu sagen, dass dies eine Teilabgeltung, der durch die Kinder entstehenden Sachkosten (Kleidung,Nahrung, etc.) ist, während mit dem Müttergehalt die Erziehungsleistung (z.B. Hilfe in schulischen Angelegenheiten) abgegolten werden soll.
Dies würde endlich Gerechtigkeit im Vergleich zum Pflegegeld darstellen.

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@writing Gehe ich Recht in der Annahme, dass sich hinter dem Nick "writing" der/die Wahlkampfmanager/in des Herrn Gehring verbirgt oder vielleicht gar er selbst?

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Re: Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) Ich bin weder Parteimitglied noch die Wahlkampfleitung des Hrn. Dr. Gehring, sondern nur eine einfache Mutter von vier Kindern, die sehr wohl die Praxis von Hausarbeit - Kindererziehung und Schulangelegenheiten kennt.
Ich kenne das Programm des Kinder-u. Familienvolksbegehrens seit längerem und es tut mir dabei sehr leid, dass dies in der breiten Öffentlichkeit nicht bekannt ist und auch in diesem Wahlkampf nicht klar genug vermittelt bzw. von den Medien nicht richtig weitergegeben wurde. Ich fühle mich damit verpflichtet, dies zu tun.

Wien_1190 melden

Re: Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) Das kann 1. jeder sagen und 2. mit welchem Geld soll dieses Muttergehalt finanziert werden ?? Wieviele Immigranten werden diese Soziale Leistung ausnutzen usw...

Wie die Grünen, wobei sie bringen wenigstens Lösungsvorschläge, auch wenn diese bei genauerem Betrachten nur Fasade sind =)

Viel spaß beim vergeben Ihrer Stimme

Lg

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Re: Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) Das Müttergehalt gilt nur für österreichische Staatsbürger.
Finanzierung: durch Umverteilung
Es gilt als normales Einkommen, somit fließt SV an die SV-Anstalten, dies bedeutet wiederum weniger Zuschüsse d.Staates dorthin. LST geht an den Staat.
Es würde mehr für Konsumgüter ausgegeben werden, wodurch wieder mehr UST an den Staat fließt.
Mehr Konsumausgaben bedeuten viele zusätzliche Arbeitsplätze und somit eine Ersparnis i.d. Arbeitslosenversicherung und zus. Einnahmen aus der LST und SV.
In vielen Fällen wird durch das MG der Anspruch auf Arbeitslosengeld, Wohnbeihilfe und Sozialhilfe entfallen.
Das Kinderbetreuungsgeld entfällt.

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Re: Familie - Müttergehalt (Erziehungseinkommen) Zur Finanzierung noch:
Die Landesmittel für Krippenplätze und Kindergärten könnten deutlich reduziert werden, weil durch das Müttergehalt die Wahlfreiheit besteht, ob man die Kinder selbst betreut oder damit b. Berufstätigkeit Kinderbetreuungsleistung zukauft.

Kein Kandidat verdient die Stimme des Volkes! Die Sendezeit hätte man sich echt sparen können!
Zuerst der Ungustl Heinzl und dann auch noch die
Runde ... man bzw. der ORF hat mir echt meinen
Sonntag schwer verdorben! Was da für "Qualen"
im Fersehen präsentiert werden ist ein Horror!

Zum Kotzen hätte nur noch das Bambi(e) gefehlt
und die Darmgrippe wär perfekt gewesen!

derpradler

eine angepaßte , arrogante Redakteurin und 2 politische "Flaschen"! Und für dieses Programm verpflichtet mich der Gesetzgeben zu bezahlen!

derpradler

Fischer ist gut beraten sich mit diesen Menschen nicht an einen Tisch zu setzen. Diese Sendung war ein Sittenbild der Chaoten und Möchtegerne. Und mitten drin in diesem Schmierentheater , wie könnte es anders sein, die Frau die Frau T.!

Fernsehshow Gibt es nicht genug unnötiger Fernsehshows ? Müssen wir uns sowas auch noch bieten lassen für unsere Fernsehgebühren ? Die Schweiz zeigt uns schon lange, wie man dieses Amt besetzt und damit umgeht. Wird Zeit, dass wir daraus was lernen, das erspart uns viel unnötiges Fernsehprogramm, Werbematerial in den Briefkästen und verkehrsbehindernde Schilder auf den Straßen.

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Katastrophal Beide Kandidaten waren mehr als katastrophal. Das trifft auf Frau Rosenkranz mehr als auf Herrn Gehring zu, der immerhin eine gewisse Gesprächsdisziplin eingehalten hat. Frau Rosenkranz meinte sich auf ständige Scharmützel mit der Moderatorin, die übrigens auch für die berühmten "Fische" war, einlassen zu müssen und machte sich vollkommen lächerlich als sie behautete sie hätte Informationen, dass die Diskussion sinngemäß von Anfang an gegen sie gerichtet sein werde. Frau Rosenkranz war für mich eine wählbare Alternative. Nach dieser Vorstellung wird mein Stimmzettel wohl "weiß" bleiben oder ich werde gar nicht hingehen!

Wien_1190 melden

Re: Katastrophal Jeder der Kandidaten wird in die Enge getrieben, Fischer macht es nur nicht soviel aus weil er es die letzen 6Jahre geübt hat!, wer seine Stimme einem, Roten Karpfen im Teich der Österreichischen Steuerzahler, geben will soll dies tun nur nicht gegen andere Kandidaten hetzen. Ich persönlich finde auch alle 3 Kandidaten lächerlich, aber bei dieser Auswahl entscheide ich mich noch immer für die Frau in der Mitte!

Woodentree melden

Re: Katastrophal Ich dachte, Rosenkranz ist rechts, Gehring mitte und Fischer links?
Aber ehrlich, bislang fand ich Herrn Gehring nur peinlich.. aber mit "das ist nett" .. damit hat er echt gewonnen. Wenn noch ein paar solche Aussagen kommen, wird er zwar nicht die Wahl gewinnen, aber bekommt Kultstatuspotenzial auf fb oä.

Wien_1190 melden

Re: Katastrophal Nun Ja, wer von "Kultstatus auf Facebook" redet, kann bzw sollte man nicht allzuernst nehmen ;)


Tragen wir doch gleich die Wahl im Internet aus, dann verliert der Rote heinz zu 90% ;)

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