Die neuen Helden vom Ural: Alfred Tatar und Rashid Rachimow retteten Amkar Perm

Trainer-Duo stellt Klassenerhalt so gut wie sicher Rachimow wurde "vom Nobody zum Wunderheiler"

Die neuen Helden vom Ural: Alfred Tatar und Rashid Rachimow retteten Amkar Perm

Raschid Rachimow und Alfred Tatar, die schon von Dezember 2002 bis Mai 2004 ein Trainer-Gespann (Admira) waren, haben am Wochenende ihren Verein FK Amkar Perm praktisch vor dem Abstieg aus der russischen Fußball-Liga gerettet. Die Rot-Schwarzen feierten am Sonntag in der 26. Runde gegen Krilija Sowjetow Samara einen 1:0-Heimsieg und weisen vier Spiele vor Saisonende in der Tabelle bereits elf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf.

Dass sich FK Amkar weiter von der Grauzone absetzte, lag auch am Vorletzten Torpedo Moskau, der gegen Rubin Kasan zu Hause 1:2 unterlag. Perm müsste also jetzt viermal verlieren und Torpedo gleichzeitig viermal gewinnen, um das rotschwarze Happy End zu verhindern. Die Erfolgsbilanz von Cheftrainer Rachimow und seinem Assistenten Tatar kann sich wirklich sehen lassen. Das Duo hat den Klub Anfang September als Vorletzter übernommen und seitdem in acht Liga-Spielen fünf Siege und drei Remis geholt.

Extrem starke Defensive
Die Freunde haben besonders in der Defensive viel Arbeit verrichtet. "Wir haben in acht Runden nur zwei Tore kassiert, eines davon fiel erst in der 94. Minute und das zweite schossen wir uns sogar selbst", erzählte Tatar vom Lauf, dem das Motto "hinten gut stehen und vorne einen reinhauen" zu Grunde liegt. Rachimow, so Tatar, sei als "Nobody" gekommen und werde nun als "Wunderheiler" gefeiert. "Er hat der Mannschaft Leben eingehaucht", sagt der Co über seinen Chef.

Traum vom UEFA-Cup
Die erfolgreiche Arbeit basiert auch auf dem Stil Rachimows. "Raschid ist eine Führungspersönlichkeit, die die Mannschaft in zwei, drei Tagen im Griff hatte. Außerdem kennt er die Mentalität der Russen und spricht deren Sprache", weiß Tatar, der mit seinem Kumpel in den verbleibenden vier Runden noch "so viel wie möglich gewinnen" möchte. Wenn das klappt, ist - auch wenn das Tatar nicht hören will - sogar ein UEFA-Cup-Startplatz keine Utopie. Vom Tabellenfünften, derzeit Rubin Kasan, trennen Amkar nur noch fünf Punkte.

Rachimow begehrt
Es ist daher nur zu verständlich, dass die Vereinsbosse von Amkar Rachimow und dessen Rechte Hand in der rund 600 km vom Ural gelegenen Industriestadt halten wollen. "Raschid steht auch bei anderen großen Klubs in Russland hoch im Kurs", meint Tatar, der sich - wenn die Konditionen stimmen -, ein Bleiben vorstellen könnte. Seine Frau und seine beiden schulpflichtigen Kinder würden jedoch weiter in Wien bleiben. "Hier ist das Leben doch ganz anders als in Europa", sagt der Co-Trainer.

Tatar freut sich auf seine Hirselaibchen
Er selbst hat keine Probleme in Russland, ist via Internet mit der Heimat stets verbunden. "Die Menschen sind hier freundlich, keine Raunzer. Sie essen nur viel Fleisch, was nicht meine Sache ist. Daher freue ich mich schon, wenn ich nächste Woche kurz nach Hause fahre und am Naschmarkt meine Hirselaibchen bekomme", so der 43-Jährige. Vorher müssen Tatar und Rachimow mit ihrer Truppe am Freitag noch die lange Reise nach Wladiwostok antreten, wo Amkar am Samstag gegen Lusch Energija antritt.

Dämpfer für Stranzl
Nicht so gut wie dem erfolgreichen Trainergespann erging es am Wochenende dem ÖFB-Teamspieler Martin Stranzl. Der Tabellenzweite Spartak Moskau hat bereits am Samstag im Kampf um den Meistertitel auf Spitzenreiter ZSKA Moskau Boden verloren. Die Hauptstädter kamen mit dem Burgenländer, der durchspielte, auswärts gegen Schlusslicht Schinnik Jaroslawl über ein 1:1 nicht hinaus und weisen jetzt vier Zähler Rückstand auf den Lokalrivalen (2:1 in Rostow) auf.

(apa/red)