Die Grenzregion denkt um: Sarkozys Erfolg
führt im Elsass zu Wahlschlappe von Le Pen

Auch Bayrou kam in Le Pens Hochburg sehr gut an Royal nur auf dem dritten Platz - Grünen verlieren

Erstmals seit 20 Jahren hat der rechtsextreme französische Präsidentschaftskandidat Jean-Marie Le Pen im Elsass, bisher eine seiner Hochburgen, eine schwere Schlappe hinnehmen müssen. Zugute kam dies dem Kandidaten der konservativen Regierungspartei UMP, Nicolas Sarkozy, der in der Grenzregion mit 36,2 Prozent der Stimmen deutlich besser abschnitt als im Landesdurchschnitt (31,1 Prozent).

Besonders großen Zulauf erzielte in der traditionell bürgerlich-konservativen Region auch der Liberale Francois Bayrou: Er kam mit 21,4 Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz - vor der Sozialistin Segolene Royal (17,1 Prozent).

Le Pen, der Gründer des ausländerfeindlichen Front National (FN), konnte im Elsass knapp 13,6 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen. Dies war deutlich weniger als bei den Präsidentschaftswahlen 1995 und 2002: Damals war der Rechtsaußen der französischen Politik mit über 25 beziehungsweise über 23 Prozent der Stimmen im Elsass aus dem ersten Durchgang als Sieger hervorgegangen.

Zu den großen Verlierern der Wahl gehören auch die Grünen, die in der Region zwischen Schwarzwald und Vogesen bisher meist überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielt hatten. Für ihre Kandidatin Dominique Voynet stimmten lediglich zwei Prozent der elsässischen Wähler.

Royal muss sich im Elsass mit einem dritten Platz begnügen. Das beste Ergebnis erzielte sie in der Industriestadt Mülhausen, wo ihr Parteifreund Jean-Marie Bockel Bürgermeister ist. Dort hatte Royal zehn Tage vor der ersten Wahlrunde einen ihrer letzten großen Wahlkampfauftritte absolviert.

(apa/red)