Die Frau des Bald-Kanzlers im Porträt: Für die Liebe steckte Martina beruflich zurück

WOMAN:Gebürtige Wienern kommt aus rotem Haus Familienmensch hat noch viele Kontakte in die Politk

Die Frau an der Seite eines Spitzenpolitikers ist sie seit langem. Schon bald aber könnte sie noch viel mehr sein: Frau des Bundeskanzlers! Denn Martina Ludwig-Faymann, 41, ist (seit sieben Jahren) mit dem neuen SPÖ-Chef und Infrastrukturminister Werner Faymann, 48, verheiratet. Und der wird nicht nur in Insider-Kreisen als Nachfolger des umstrittenen Kanzlers Alfred Gusenbauer gehandelt. Doch welche Ambitionen hat die Frau, die selbst Regionalpolitikerin ist, das Society-Parkett allzu gerne meidet und die spärliche Freizeit lieber am Land verbringt?

Wichtiger als die „First Lady“ ist der Tochter aus politischem Elternhaus –ihr Vater war Nationalratsabgeordneter der SPÖ – die Familie. Dafür, so wissen Bekannte, legte sie vor einem Jahr das Amt der Landesfrauensekretärin nieder, behielt nur noch ihre Funktion als Gemeinderätin – und Obfrau des Vereins der Wiener Frauenhäuser. „Schade, dass sie zurückgesteckt hat, ich hätte ihr viel zugetraut“, bedauert eine enge Vertraute die Entscheidung, „aber als Martina vor fünf Jahren Tochter Flora bekam, hat sie gemerkt, dass es doch nicht so leicht ist, Familie und Beruf zu vereinbaren.“ Andere wollen es genauer wissen: „Nachdem Werner aus einem erzkonservativen Elternhaus stammt, war ihm ein intaktes Familienleben immer wichtig …“

Sozialistische Jugend in Favoriten
Und mit diesem Wunsch dürfte sich der jetzige SPÖ-Parteichef bei seiner Frau auch durchgesetzt haben. Dabei schien alles auf eine fundierte Polit-Karriere hinzudeuten. Denn schon mit 14 Jahren arbeitete Martina Ludwig bei der Sozialistischen Jugend in Favoriten mit. So engagiert, dass dafür sogar die Schule ziemlich auf der Strecke blieb. Die Matura machte sie erst mit 21, mittels Externistenprüfung. Nach zwei Jahren als Landessekretärin der SJ Wien arbeitete sie einige Zeit als Journalistin und Pressesprecherin. 1994 avancierte sie zur Landesfrauensekretärin Wiens und zwei Jahre später zur Gemeiderätin. Zu ihren langjährigen Mitstreitern seit SJ-Zeiten zählte auch ein Werner Faymann. Man lief einander immer wieder über den Weg, wechselte ein paar Worte, diskutierte auf Parteitagen miteinander. Irgendwann schoss Amor dazwischen. 1998 wurden der frisch geschiedene Wohnbaustadtrat, er ist Vater einer Tochter, Martina, 17, und die Gemeinderätin ein Paar. Sie hatte gerade eine lange Beziehung hinter sich.

Wie sehr sie sich wünscht, dass ihr Mann Kanzler Gusenbauer beerbt, sei, wie gesagt, dahingestellt. Freunde wollen wissen, dass sie ihm den Karrieresprung sicher gönnt, selbst aber lieber im Hintergrund bleiben möchte. Statt öffentlichen Auftritten – zum Besuch des letzten Opernballs musste man sie überreden – lädt sie lieber enge Freunde zu sich auf die Terrasse in Wien-Liesing. Wobei der Hausherr fürs Kochen zuständig ist. Ex-Frauenministerin Doris Bures und ihr Gatte, „Heute“-Geschäftsführer Wolfgang Jansky, sowie Sonja Kato, Wiener Gemeinderätin und Gattin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, kamen schon häufig in den Genuss lukullischer Freuden.

Gastfreundschaft an erster Stelle
So gern Martina Ludwig Gäste betreut, so wenig hat sie fürs Shoppen über. „Sie war nie verspielt, immer eher straight, auch was die Bekleidung anbelangt“, weiß eine Jugendfreundin. Der Schminkspiegel wird nur „im Notfall“ ausgepackt. Noch immer zu wenig Zeit bleibt der Wienerin für Tochter Flora. Sowohl Mutter Helga, 69, als auch die Schwiegereltern helfen bei der Betreuung. Ihre beiden Halbschwestern – aus der ersten Ehe ihres Vaters – trifft sie aus Zeitmangel nicht öfter als fünfmal im Jahr. Eva, 54, ist Sozialarbeiterin und Alleinerzieherin von fünf Kindern. Susanna, 48, Rechtspflegerin am Oberlandesgericht in Wien und Mutter einer Tochter.

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