"Die Färöer sind besser als viele glauben":
Constantini warnt vor dem "Angstgegner"

ÖFB-Teamchef: "Parndorf kann Liverpool schlagen" Kapitäns- und Tormannfrage sind noch nicht geklärt

"Die Färöer sind besser als viele glauben":
Constantini warnt vor dem "Angstgegner" © Bild: Reuters/Djurica

Auf Österreichs Fußball-Nationalteam wartet heute in der WM-Qualifikation in Graz eine unangenehme Aufgabe. Gegen die Färöer rechnet ganz Österreich mit einem Sieg, Teamchef Dietmar Constantini weiß jedoch, dass die Begegnung zu einer kniffligen Angelegenheit werden könnte. "Die Färöer sind eine Mannschaft, die kompakt auftritt und nicht angenehm zu spielen ist. Die Färöer sind besser als viele glauben", erklärte Constantini, der die Färöer am 10. Juni beim Match in Torshavn gegen Serbien (0:2) live vor Ort beobachtet hat.

Wie unangenehm eine Begegnung mit den Kickern der Färöer werden kann, hat Österreich bereits zweimal am eigenen Leib verspürt. Jeweils auswärts hat Österreich 1990 0:1 verloren und 2008 - unter Teamchef Karel Brückner - nur 1:1 gespielt. Constantini weiß, dass die Färöer daher immer ein Teil der ÖFB-Geschichte bleiben werden, "genauso wie Cordoba". Das bisher einzige Heimspiel gegen die Färinger wurde 1991 allerdings glatt 3:0 gewonnen.

Österreich als Favorit
Constantini merkte an, dass die öffentliche Einschätzung von Gegnern oft sehr falsch sei, in zweifacher Hinsicht. "Die Färöer sind nicht so schlecht wie sie gemacht werden. Und auf der anderen Seite ist etwa Serbien nicht so gut wie es immer dargestellt wird." Dass Österreich als Favorit ins Match geht, daran wollte aber auch der Tiroler nicht rütteln. "Es ist aber eine Seltenheit, dass Österreich als Favorit in ein Spiel geht. Deswegen ist das eine gewisse Herausforderung für die Mannschaft."

Wie in jedem Spiel sei die Einstellung entscheidend, "es ist immer eine Kopfgeschichte". Im Vorbeispazieren werde es auch gegen die Färöer keinesfalls gehen. "So gut sind wir sicher nicht." Die spielerischen Vorteile müsse man auf jeden Fall nutzen, um sich das Leben etwas leichter zu machen.

Auch bei seiner Reise nach Torshavn zum Match zwischen den Färöer und Serbien bekam Constantini die Kompaktheit und Gefährlichkeit des Samstag-Gegners zu sehen. "Wenn die Serben zur Pause 0:2 hinten gelegen wären, hätten sie sich auch nicht beschweren können. Sie verschieben sehr gut, Teamchef Kerr hat sie sehr gut eingestellt."

Milchmädchenrechnung
Gleich bei seiner ersten Ansprache ans Team in Bad Tatzmannsdorf hat Constantini seine Spieler mittels einer klassischen Milchmädchenrechnung vor den Tücken des heutigen Fußballs gewarnt. So hat Rapid im Cup gegen Parndorf erst nach 120 Minuten hauchdünn gewonnen, aber dann in der Europa League Aston Villa eliminiert, und Aston Villa hat wiederum Liverpool besiegt. "Insofern kann sogar Parndorf Liverpool schlagen."

Bei der Frage nach dem Tormann für Samstag und Mittwoch spricht sehr viel für Helge Payer, doch Constantini will sich zwischen dem Rapid-Goalie, Andreas Schranz und Christian Gratzei zumindest öffentlich noch nicht entscheiden. "Wenn ich sage, dass einer spielt und der verletzt sich, dann spielt der andere mit dem Gefühl, dass er nicht erste Wahl gewesen wäre. Deswegen warte ich bis zum Schluss."

Offene Kapitänsfrage
Ebenfalls noch abwartend zeigt sich Constantini in der Öffentlichkeit bezüglich der Kapitänsfrage. In Abwesenheit von Einser-Captain Emanuel Pogatetz sollte eigentlich wieder sein erstes Vertreter Paul Scharner die Kapitänsbinde tragen, doch der England-Legionär ist gegen die Färöer gesperrt. "Es gibt ein paar Kandidaten, aber ich bewerte das Kapitänsamt ohnehin nicht über", so Constantini.

(apa/red)