Die Dakar verwüstet wieder Südamerika:
400 Abenteurer wollen es diesmal wissen

Freinademetz als einziger Österreicher am Start VW, BMW & Hummer matchen sich in der Autoklasse

Die Dakar verwüstet wieder Südamerika:
400 Abenteurer wollen es diesmal wissen © Bild: Reuters/Paez

Die Rallye Dakar geht zu Jahresbeginn zum zweiten Mal in ihrer Geschichte in Südamerika in Szene. 400 Motorsportler stellen sich der Herausforderung, Argentinien und Chile "offroad" auf zwei oder mehr Rädern zu durchqueren. Start- und Zielort für Autos, Motorräder, Quads und LKW ist wie bei der Kontinentalpremiere im Vorjahr die argentinische Hauptstadt Buenos Aires.

Die Strecke führt von 1. bis 16. Jänner in 14 Etappen (9.000 km, davon 4.800 Spezialprüfungen) über den Anden-Gebirgszug in die Atacama, die trockenste Wüste der Erde, nach Chile und später auf über 4.000 m Seehöhe über die Anden wieder zurück. Der TV-Sender Eurosport berichtet täglich ab 20.20 Uhr MEZ von der Zielankunft der Top-Piloten live und bringt ab 23.00 Uhr MEZ Tageszusammenfassungen mit Interviews.

2008 war die Wüstenrallye einen Tag vor dem Start wegen Sicherheitsbedenken aufgrund von Terrordrohungen in Mauretanien abgesagt worden. Im Vorjahr erfolgte dann die Übersiedelung nach Südamerika. Für 2011 denken die Veranstalter an die Rückkehr in die Sahara nach. Sie können sich aber auch gut vorstellen, Afrika und Südamerika abwechselnd als Schauplatz zu installieren.

Hubraumbeschränkung
Die Vorzeichen zur insgesamt 32. Auflage haben sich vor allem in der in den vergangenen Jahren vom österreichischen Hersteller KTM dominierten Motorradklasse durch das neue Regelwerk stark verändert. Die dominante KTM 690er ist für Profis nicht mehr zugelassen, es gilt eine generelle Hubraumbeschränkung bis 450 ccm. Die Motoren der Topfahrer, die mit stärkeren Aggregaten antreten, wurden gedrosselt.

KTM reagierte im Juni auf die neuen Regeln, die mehr Hersteller anlocken und dadurch ein offeneres Rennen sicherstellen sollen, mit dem Rückzug des gesamten Werksteams. Obwohl erstmals seit den 90er Jahren kein offizieller Werksfahrer am Start ist, sieht KTM-Sportchef Heinz Kinigadner der Rallye optimistisch entgegen. "Natürlich wollen wir unsere Serie fortsetzen und hoffen auf einen KTM-Sieg", sagte der Tiroler.

Motorradfahrer setzen auf KTM
Der spanische Vorjahressieger Marc Coma und der Franzose Cyril Despres auf ihren in Mattighofen gefertigten Maschinen gelten auch diesmal als Topfavoriten. Aprilia, BMW, Sherco, Yamaha und Honda rüsten die Herausforderer aus. Coma und Despres sorgten bei den vergangen vier Auflagen für KTM-Siege, seit 2001 ist man bei der Dakar durchgehend tonangebend. Etwas mehr als die Hälfte des 181 Motorrad-Teilnehmer starken Feldes, darunter mit dem Ex-Snowboarder Martin Freinademetz auch ein Österreicher, vertraut auf das österreichische Fabrikat.

Für Freinademetz gilt die neue Hubraumbeschränkung der Profis nicht. Der 40-jährige Tiroler will bei seiner zweiten Dakar nach 2007 seinen fahrbaren Untersatz aber ohnehin nicht voll ausreizen und "mit Hirn fahren". Anders als in seiner früheren Karriere als Snowboarder ist ungebremstes Draufgängertum bei der Dakar für Freinademetz fehl am Platz - Durchkommen lautet seine Devise."Mit den Besten mitzuhalten wäre Wahnsinn, da fährt man dauernd mit einem Bein im Grab. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert ist einfach zu groß", betonte Freinademetz, dem die traditionell hohe Ausfall- und Verletzungsquote Warnung genug ist.

"Eine Qual, aber es reizt mich"
Nach der Absage 2008 hat die im Vorjahr erfolgte Verlegung nach Südamerika das Rennen für Freinademetz trotz der Strapazen bei der Premiere wieder interessant gemacht. "Das erste Mal war eine Qual, aber es reizt mich, die Dakar auch auf einem anderen Kontinent zu fahren", meinte Freinademetz, der in Rumänien selbst eine Motorrad-Rallye veranstaltet.

In der Autoklasse wird es nach dem Werksteamausstieg des früheren Seriensiegers Mitsubishi wohl auf ein Duell der deutschen Hersteller VW und BMW mit den US-Boliden von Hummer hinauslaufen. Einige Fahrer versuchen es ohne Werksunterstützung aber weiterhin auf Mitsubishi. VW-Vorjahressieger Giniel de Villiers (RSA), Carlos Sainz (ESP) und Mark Miller (USA) stimmten sich zuletzt mit den zwei weiteren Touareg-Werksfahrern bei einem Teammeeting im Salzburger Wintersportort Flachau auf das Wüstenabenteuer ein. Rekordsieger Stephane Peterhansel (FRA) und Nani Roma (ESP) sollen für BMW im X3 für Spitzenplätze sorgen.

(apa/red)