Die Chronologie einer Protestbewegung:
Von ersten Protesten bis zu Massendemos

Die Protestbewegung der buddhistischen Mönche 26. September: Das Regime greift brutal durch

Die Protestbewegung gegen die Militärdiktatur in Burma (Myanmar) wurde vor sechs Wochen durch massive Preiserhöhungen ausgelöst. Vergangene Woche nahm sie den Charakter eines Massenaufstands an, der vom Regime rücksichtslos niedergeschlagen wurde.

15. August: Drastische Erhöhung der Treibstoffpreise und Verdoppelung der Tarife bei öffentlichen Verkehrsmitteln

19. August: Erste Kundgebungen in Rangun gegen die Maßnahmen und gegen die Verschlechterung der Lebensverhältnisse

23. August: Beginn von Massenfestnahmen

27. August: Über 50 Demokratieaktivisten werden in der Ortschaft Bago nach einer friedlichen Demonstration festgenommen

28. August: Erstmals beteiligen sich buddhistische Mönche in Sittwe an einer Kundgebung gegen die Junta

30. August: Beginn eines Hungerstreiks von Regimegegnern. Nach Informationen von amnesty international (ai) lässt das Regime rund 150 Personen einkerkern, unter ihnen den ehemaligen Studentenführer Min Ko Naing.

5./6. September: In Pakokku rund 500 Kilometer nördlich von Rangun werden buddhistische Mönche von Schlägertrupps misshandelt. Es kommt daraufhin zu einem Aufruhr, das Militär macht von der Schusswaffe Gebrauch. Aufgebrachte Demonstranten greifen Geschäfte und Wohnungen von Honoratioren des Regimes an.

18. September: Beginn von Protestumzügen tausender Mönche in Rangun und weiteren Städten des Landes. In Sittwe setzen die Sicherheitskräfte Tränengas ein.

Ab dem 19. September: Tägliche Kundgebungen in Rangun, der zweitgrößten Stadt Mandalay, und weiteren Städten

22. September: Die seit Jahren unter Hausarrest stehende Symbolfigur der Demokratiebewegung, Aung San Suu Kyi, zeigt sich vor den Mönchen und drückt ihre Unterstützung für den Protest aus. Am darauffolgenden Tag hindern Sicherheitskräfte die Geistlichen am Zugang zum Haus der Vorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie.

24. und 25. September: In Rangun demonstrieren an beiden Tagen jeweils mehr als 100.000 Menschen unter Führung buddhistischer Mönche. Auch in Mandalay kommt es zu Kundgebungen.

26. September: Das Regime erlässt ein Versammlungsverbot, das von den Demonstranten ignoriert wird. Die Sicherheitskräfte gehen brutal gegen die Demonstrationen vor. Die chinesische Regierung plädiert für eine "Politik der Nichteinmischung", US-Präsident George W. Bush kündigt in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung neue Sanktionen an.
Im Weltsicherheitsrat verhindert China jegliche Verurteilung des Vorgehens der Junta.

27. September: Das Regime meldet offiziell neun Todesopfer, darunter einen japanischen Pressefotografen. Zahlreiche Festnahmen. Westliche Botschaften erhalten Informationen über wesentliche höhere Opferbilanzen; die Rede ist von Hunderten von Toten.

28. September: Neuerliche Zusammenstöße. Abriegelung von Klöstern. Unterbrechung des Internet-Zugangs.

29. September: Ankunft des UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari (Nigeria), der am 30. in einem Regierungsgästehaus mit Aung San Suu Kyi zusammentreffen kann.