Die große Chance von

Der Moderator im Talk

Andi Knoll spricht über die neue Castingshow, die Jury und besondere Kandidaten.

Die große Chance - Der Moderator im Talk © Bild: ORF/Badzic

Eine neue Castingshow feiert im ORF Premiere und einer der Moderatoren der Sendung - neben Doris Golpashin - erklärt im Gespräch mit NEWS.AT, wie viel Talent Österreich sowie er haben und welche diese sind. Außerdem spricht Ö3-Mann Andi Knoll über die Jury und erzählt von ein paar ganz besonderen Kandidaten.

NEWS.AT: Was ist denn für Sie das tolle an der Show?
Andi Knoll Im Untertitel heißt es ja: „So viel Talent hat Österreich“. Und es ist tatsächlich so. Es ist unfassbar was den Menschen alles einfällt. Wir hatten eine 57-köpfige Blasmusikkapelle, aber nicht mit normalen Instrumenten, sondern die haben Flaschen mit Wasser gefüllt und dann selbst gebastelte Panflöte gespielt. Unfassbar deppat aber fetzenlustig. Dann haben wir eine Schuhplattler-Gruppe, die zu AC/DC geplattelt haben. Dann haben wir eine junge Kabarettistin, die Damenabteilung in der Humorbranche ist ja leider generell ein wenig unterbesetzt. Sie hat ein Lied geschrieben über ihre Kinder, das bitterböse war. Wie mühsam Kinder sind – mit soooo einem Grinser. Da kann ich mir vorstellen, die wird der Szene länger erhalten bleiben. Und dann welche wo man sich denkt: Wie kommen die dazu zu glauben, dass das irgendjemand sehen will? Also ganz Untalentierte. Die Mischung macht es aus.

NEWS.AT: Nach was haltet ihr Ausschau, was sucht ihr genau?
Andi Knoll Suchen generell tun wir gar nichts. Natürlich wäre es schön wenn am Ende zum Beispiel ein neuer Gesangsstar rauskommt, wir sind ja musikalisch ganz offen - egal ob Pop, klassisch oder volkstümlich. Auch wenn ein toller neuer Artist dabei rauskommt. Speziell gesucht wird nix und es ist alles möglich.

NEWS.AT: Können Sie auch etwas Besonderes?
Andi Knoll Ich kann zum Beispiel mehrere Längen Delfinschwimmen, was glaube ich die wenigsten Leute können. Und ich kann Kamm-Blasen.

NEWS.AT: Sie können was?
Andi Knoll Den Kamm blasen. Wenn man über einen Kamm ein Butterpapier drüberlegt, dann wird das zu einem Musikinstrument. Habt ihr das nie gemacht in der Schule? So richtig Talent habe ich für nichts speziell, aber ich kann so alles ein bisschen. Aber das eine Talent mit dem ich jetzt viel, viel Geld verdienen könnte, das habe ich nicht. Es ist für Vieles ausreichend aber für nichts wirklich.

NEWS.AT: Was halten Sie von der Jury? Also Sido, Karina Sarkissova, Zabine und Bernhard Paul?
Andi Knoll Finde ich gut in der Zusammenstellung. Das ist eine hochinteressante Gruppe von Menschen, die sich so wahrscheinlich in einer Bar nie treffen würden. Deswegen hat es sich schon einmal rentiert diese Sendung zu machen, damit einmal so eine Gruppe von Menschen zusammenfindet. Sie könnten ruhig ein bisschen pointierter sein. Bernhard Paul analysiert das immer sehr fachmännisch. Sie sind manchmal auch recht direkt, aber insgesamt glaube ich noch ein bisschen zu großzügig. Sie haben bisher immer alle aussingen lassen und lassen alle fertig vortanzen. Je öfter sie dort sitzen und je öfter das mal acht Stunden dauert, desto strenger werden sie auch. Und dann werden sie halt nach einer Minute schon abbrechen lassen wo man sieht: Ok, der kann das wirklich nicht.

NEWS.AT: Sido auch, er soll ja so böse sein?
Andi Knoll Ach, der ist nicht so böse. Manchmal ist er sehr direkt. Aber ich habe auch nicht hundert Prozent aller Frechheiten von ihm gehört. Was man so mitkriegt ist er schon direkt. Beleidigend ist es nie, es ist nie untergriffig und persönlich. Außer man konert auf einer persönlichen Ebene, dann macht er das halt auch. Prinzipiell ist er ja auch ein Künstler und beurteilt jetzt glaube ich nicht etwas schlechter nur wegen der Pointe, glaube ich.

NEWS.AT: Was ist denn der Unterschied zum „Supertalent“? Viele denken, es wird nur ein billiger Abklatsch davon!
Andi Knoll Erstens ist der Name „Die große Chance“ 40 Jahre alt. Also der ORF hat eine Castingshow gemacht, lange bevor es RTL überhaupt gegeben hat. Aber ich glaube der größte Unterschied ist, dass es österreichisch ist. Es gibt bei uns Dinge, die es bei RTL nicht geben kann. Das muss jetzt gar nichts volkstümliches sein, aber einfach vom Zugang zu den Dingen. Dass man sich gemütlich - wahrscheinlich am Sonntagnachmittag - zusammengesetzt hat und gesagt hat: „Was machen wir?“ - und dann ist ein Act draus entstanden. Es ist relativ unaufgeregt. "Supertalent" sehe ich selten, aber das ist alles immer extrem hysterisch und aufgeregt, auch die Jury. Ich glaube wir sind nicht so hysterisch.

NEWS.AT: Kann es auch ein Sprungbrett für eine internationale Karriere sein?
Andi Knoll Da müsste man schauen, wer es sonst in letzter Zeit aus Österreich hinausgeschafft hat aus dem Unterhaltungsbereich – nämlich niemand. Ich glaube nicht, dass diese Show jetzt Wunder wirkt. Wer weiß, schön wär’s! Aber man sollte es nicht überbewerten, es geht um 100.000 Euro, das ist viel Geld, wenn dabei noch eine nationale Karriere herausschaut – großartig! International glaube ich nicht, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

NEWS.AT: Schauen Sie privat auch gerne Castingshows?
Andi Knoll Ja, ich schaue vor allem das Englische, ich schaue "X Factor UK" und "American Idol" habe ich jetzt geschaut sehr fleißig gesehen, das finde ich sehr unterhaltsam. Diese Castingshows haben einfach was, ich weiß es auch nicht. Man will natürlich schon wissen: Kommt der Kandidat jetzt weiter oder nicht?