Die deutschen Autobauer geben nun Gas: VW, BMW und Mercedes sind in Bedrängnis

So wollen Hersteller das Ruder wieder herumreißen FORMAT: Einsparungen beim Kosten und Angebot

Die deutschen Autobauer geben nun Gas: VW, BMW und Mercedes sind in Bedrängnis

Warum bei VW, BMW und Mercedes kein Stein auf dem anderen bleibt, obwohl die deutschen Autobauer noch nie erfolgreicher waren als jetzt.

Als Norbert Reithofer vor fast genau einem Jahr zum neuen Vorstandsvorsitzenden von BMW bestellt wurde, war die Welt noch in Ordnung. Anleger und Aufsichtsräte blickten mit dem gelernten Techniker an der Konzernspitze optimistisch in die Zukunft. Bei einer Pressekonferenz in München stand der 52-jährige deutsche Spitzenmanager bereits stark unter Handlungsdruck. Denn bei steigendem Umsatz sinken die Gewinne - eine Folge der Modellpolitik: BMW hatte auf niedrigpreisigere Fahrzeuge wie den 1er oder Mini gesetzt, und dort sind weit geringere Renditen einzufahren als beim 7er oder beim X5. Dazu kam der schwache Dollar: BMW fertigt einen Großteil seiner US-Ware noch in Europa und muss exportieren.

Einsparungen und neu Modelle
Bis 2012 will Reithofer nun sechs Milliarden Euro durch Effizienzsteigerungen sparen. Außerdem will er die Produktion in den USA ausbauen. Dazu kommen Aktivitäten im Topsegment: Ein neuer, größerer Kombi auf 5er-Basis ist in der Pipeline. Und während BMW zuletzt den X5 noch als abgespeckte X3-Version auf den Markt brachte, lässt Reithofer seine Ingenieure nun an einem X6 basteln. Die Rendite von zuletzt knapp über fünf Prozent soll damit wieder auf acht bis zehn Prozent steigen.

Deutsche Autobranche im Umbau
Nicht nur BMW unterzieht sich derzeit einer Umstrukturierung, in der gesamten deutschen Autobranche bleibt kein Stein auf dem anderen. Auch VW verpasst sich derzeit einen neuen Motor. Früher setzte man auf die fetten Margen im Luxussegment und trieb dort die Expansion voran. Vorgänger Ferdinand Piëch wollte mit dem Phaeton oder mit Bugatti punkten. Damit ist jetzt Schluss. Porsche will seinen Anteil an Volkswagen auf mehr auf 50 Prozent aufstocken. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking meint schon jetzt: "Es wird keine Projekte mehr geben, die kein Geld verdienen." Die Gangart heißt jetzt: Zurück zum "Volks"-Wagen, also Fox statt Phaeton.

Erfolge für Audi
Zwölf neue Modelle will Winterkorn bis 2010 auf den Markt bringen. Und dass die VW-Leute Strategien durchziehen können, wenn sie sich einmal darauf eingeschworen haben, beweisen sie mehr denn je mit Audi. Als Herausforderer von BMW und Mercedes aufgestellt, zieht die Marke den beiden Platzhirschen zunehmend davon. Audi steigerte den Absatz von Jänner bis August um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und schaffte dabei mit 9,5 Prozent eine deutlich höhere Durchschnittsrendite als BMW.

Mercedes räumt auf
Mercedes macht auch bei der Firmenneuausrichtung dem noblen Stern alle Ehre. Gleich 42.999 Einzelmaßnahmen hat Konzernchef Dieter Zetsche im Rahmen des jetzt abgeschlossenen Sanierungsprogramms CORE (Costs Down, Revenue Up, Execution) durchgepeitscht. Bei Mercedes wackelt die A-Klasse, dafür will Zetsche in Zukunft alle Anstrengungen auf die Produktqualität richten. Das kann sicher kein Fehler sein, die ist schließlich die Unique Selling Proposition der gesamten deutschen Autobranche im härter werdenden internationalen Automobilbusiness.

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