Die französische Arbeitsrechtsreform: Die alte und neue Regelung im Überblick

Zuschuss für Arbeitgeber bei Anstellung von Jungen

Wenige Tage nach dem Inkrafttreten des Gesetzes über den Erstanstellungsvertrag (Contrat Première Embauche/CPE) für Berufsanfänger hat die französische Regierung angekündigt, es durch eine neue Regelung zu ersetzen. Das neue Projekt hat mit dem ursprünglichen nichts gemein:

Der CPE
Die Mitte Jänner von Premierminister Dominique de Villepin vorgestellte Regelung verlängert für Arbeitnehmer unter 26 Jahren die Probezeit auf zwei Jahre. Eine Entlassung muss in dieser Zeit nicht begründen werden. Damit wollte die bürgerlich-konservative Regierung Unternehmen ermutigen, jungen Leuten mit geringer Qualifikation einen unbefristeten Vertrag statt eines befristeten Vertrags zu geben. Die Arbeitnehmer erhalten im Gegenzug ein Recht auf Ausbildung und auf Entschädigung, falls der Vertrag gekündigt wird.

Die Neuregelung
Arbeitgeber bekommen einen Zuschuss, wenn sie Arbeitslose unter 26 Jahren, die schlecht ausgebildet sind oder aus einem sozialen Brennpunkt stammen, unbefristet einstellen. Der Zuschuss soll im ersten Jahr 400 Euro pro Monat betragen und im zweiten Jahr halbiert werden. Damit wird ein 2003 eingeführtes Projekt zur Integration sozial schwacher Jugendlicher auf einen größeren Personenkreis ausgedehnt. Die Kosten von jährlich 300 Millionen Euro sollen über eine Erhöhung der Tabaksteuer gedeckt werden. Außerdem sollen kurzfristig 50.000 Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche bereitgestellt werden. (apa)