Dichter Darwish nach Herz-OP gestorben:
Palästinenser als Poet seines Volkes gefeiert

Hinterlässt 30 Poesie-Bände in 30 Übersetzungen Politisches Engagement für palästinensischen Staat

Dichter Darwish nach Herz-OP gestorben:
Palästinenser als Poet seines Volkes gefeiert © Bild: EPA

Der palästinensische Dichter Mahmoud Darwish, der als größter zeitgenössischer Poet seines Volkes gilt, ist tot. Er starb nach einer Herz-Operation. Dies berichtete das palästinensische Fernsehen. Der 67-Jährige war zuvor in einem Krankenhaus der US-amerikanischen Stadt Houston operiert worden. In der Vergangenheit hatte sich Darwisch bereits zweimal einer Herz-Operation unterzogen.

Darwish wurde als einer der herausragendsten Dichter in der arabischen Welt und als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes bezeichnet. Seine 30 Poesiebände sind in 30 Sprachen übersetzt. Darwish wurde in einem Dorf nahe der nordisraelischen Stadt Akko geboren. In Haifa arbeitete er als Chefredakteur der arabisch-kommunistischen Zeitung "Al-Ittihad". Im Jahr 1970 verließ er Israel und lebte zuletzt zwischen Amman und Ramallah.

Politisches Engagement
Darwishs Lebenswerk ist vom politischen Engagement für einen unabhängigen palästinensischen Staat geprägt. Trotzdem setzte er sich für ein friedliches Zusammenleben mit den Israelis ein. 1987 wurde der Dichter in den Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO des gestorbenen Palästinenserführers Yasser Arafat gewählt, trat aber 1993 aus Protest gegen die Unterzeichnung der Osloer Friedensabkommen aus der Organisation aus.

Zusammen mit dem israelischen Psychologie-Professor Dan Bar-On wurde Darwisch 2003 mit dem Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet. Auf Deutsch sind von ihm mehrere Lyrik-Bände erschienen, darunter "Weniger Rosen" (2002), "Wo du warst und wo du bist" (2004) und "Belagerungszustand" (2006).
(apa/red)