"Diagonale" öffnete ihre Tore: Start mit
"No Name City" als Spiegel der großen Welt

Flicker-Doku hinter den Kulissen der Westernstadt

Mit Florian Flickers Dokumentation "No Name City" ist in Graz die "Diagonale 06" eröffnet. Die Vorführung fand parallel in drei Sälen des UCI Annenhof Kinos statt, den Auftakt lieferten heuer an Stelle eines Gastredners verschiedene kurze Experimentalfilme.

Intendantin Birgit Flos erhoffte sich in ihrer Eröffnungsrede vor allem den kritischen Diskurs rund um das Festival. "Wir trauen es dem österreichischen Publikum zu, sich auch mit innovativen, provokanten und ungewöhnlichen Inhalten und Strategien jenseits des Mainstream auseinander zu setzen und sie sogar zu genießen."

Angesichts der zahlreichen internationalen Preise, die österreichische Filme in den vergangenen Wochen eingeheimst hatten, sei es einmal mehr wichtig, "Unabhängigkeit von jeder politischen oder sonstigen machtstrategischen Einflussnahme" zu zeigen. Ebenso sei es der Diagonale ein Anliegen, dass sich die Kluft zwischen den kommerziellen Argumenten des Marktes und denen der kritischen Relevanz und Haltung zu schließen beginne, dass also "kommerzielle Kriterien nicht automatisch ein Mittelmaß und die Affirmation meinen".

Florian Flicker thematisiert in seinem Dokumentarfilm "No Name City" das Phänomen des kommerziellen Erfolges, zeigt die Verlierer, die diesem hinterher hinken. Was wie ein netter Zusammenschnitt von Westernszenen, Kurzinterviews und kollektiver Stammtischrevolution beginnt, entwickelt sich zu einer - vielleicht nicht von Anfang an geplanten - Spiegelung der großen Welt in der kleinen.

(apa)