Figur-Frust von

Darum nehme ich nicht ab

Sie wundern sich, warum trotz Diät die Kilos nicht purzeln? Daran könnte es liegen

Eine Frau auf der Körperwaage © Bild: Shutterstock.com

Sie halten Diät. Schon wochenlang. Und wiegen immer noch so viel, wie an jenem Tag, an dem Sie Ihr Vorhaben umzusetzen begonnen haben!? Warum klappt es bloß nicht mit dem Abnehmen? Susanne Walsleben ist den größten Diät-Irrtümern auf der Spur. Wir stellen fünf der gängigsten vor.

Heute und morgen findet in Wien die Jahrestagung oder Österreichischen Adipositasgesellschaft in Wien statt. Diese nehmen wir zum Anlass, uns dem Thema Abnehmen zu widmen. Die größten Irrtümer rund ums Diät-Halten.

Irrtum Nr. 1: Wer abnehmen will, darf kein Brot essen

Eine Frau hält ein Kipferl in den Händen
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Das stimmt so nicht. Denn erstens macht die Dosis das Gift ... äh, das Übergewicht, und zweitens kommt es darauf an, welches Brot Sie essen. Vollkornbrot etwa enthält nicht nur wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, sondern auch Ballaststoffe, die die Verdauung ankurbeln. Folglich darf es ruhig täglich auf dem Speiseplan stehen. Weißbrot dagegen hat nur halb so viele Vitamine und deutlich weniger Mineralstoffe. Dafür ist der Anteil an Kohlenhydraten umso höher. Dementsprechend schneller schlägt es zu Gewicht. Ab und zu eine Scheibe Weißbrot essen ist okay, mehr sollte es aber auch schon wieder nicht sein. Gänzlich von Ihrem Speiseplan streichen sollten Sie dagegen Croissants. Sie sind reich an Kohlenhydraten und Fett. Und auch Toastbrot hilft nicht gerade beim Abnehmen, enthält es doch rund vier Mal so viel Fett wie Weißbrot.

Irrtum Nr. 2: Statt des Mittagessens einen Apfel essen

Eine Frau isst einen Apfel
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Bloß nicht! Denn spätestens zwei Stunden nach dem kargen Mahl wird Sie eine Heißhungerattacke überfallen. Und was werden Sie dann wohl tun? Einen weiteren Apfel essen? Eher nicht. Vermutlich werden Sie dann in die Naschlade greifen und versuchen, den Hunger mit etwas Süßem zu vertreiben. Dass das kontraproduktiv ist, brauchen wir nicht erst zu erklären. Außerdem gibt es Menschen, die auf Äpfel erst recht Appetit bekommen. Auch nicht ideal! Wenn Sie die Menge Ihres Mittagsmahls reduzieren wollen, versuchen Sie es mit einem Salat oder einer gesunden Suppe. Und essen Sie den Apfel als Nachspeise.

Irrtum Nr. 3: Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser

Ein Mann hält einen Teller mit Salat in der Hand
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Theoretisch ja. Praktisch kommt's darauf an, ob Sie dazu tendieren, Ihren Teller recht voll zu laden. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass Sie bei dieser Methode noch mehr als sonst essen. Ist das der Fall, wird der Abnehmeffekt wohl lange auf sich warten lassen. Abgesehen davon aber macht es schon Sinn, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. So soll nämlich Heißhungerattacken vorgebeugt werden, die einen erst recht wieder über die Strenge schlagen lassen würde. Achten Sie aber darauf, dass es sich wirklich um kleine Portionen handelt, die obendrein gesund sind. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte stehen dabei ganz oben auf der Liste empfehlenswerter Lebensmittel.

Irrtum Nr. 4: Abends maximal ein paar Häppchen essen

Ein Mann vor einem Kühlschrank hält Wurst in der Hand
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Es kommt nicht nur darauf an, wie viel, sondern natürlich auch was Sie abends verspeisen. So mag es sein, dass Sie auf ein ausgiebiges Nachtmahl verzichten, dafür aber alle halben Stunden zum Kühlschrank pilgern, um sich ein kleines Stück Käse oder Salami zu holen. Und dann noch eines ... und noch eines. Und im Nu haben Sie mehr Kalorien zu sich genommen, als es der Fall wäre, wenn Sie ein leichtes, gesundes Abendessen verdrückt hätten. Bevor Sie sich also alle 30 Minuten ein Stück Dickmacher zwischen die Zähne schieben - denn nichts Anderes als das sind die genannten Lebensmittel -, setzen Sie sich in aller Ruhe hin und genießen Sie Ihr Abendmahl. Beispielsweise eine Portion gegrillten Fisch, begleitet von gedünstetem Gemüse.

Irrtum Nr. 5: Die Zauberworte lauten "Low Carb"

Eine Frau streicht ein Vollkornbrot
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Wer abnehmen will, lässt einfach Lebensmittel, die reich an Kohlenhydraten sind, weg. Richtig? Falsch. Denn Kohlenhydrate stehen zwar im Verdacht, dick zu machen, sind aber nicht partout schlecht. Tatsächlich ist man sich nach wie vor nicht einig, ob bzw. was der Verzicht auf Kohlenhydrate bringt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) etwa sieht keinen Anlass, die Zufuhr von Kohlenhydraten zu reduzieren. Ihr zufolge sollten sie mindestens 50 Prozent der Ernährung ausmachen. Worauf es aber sehr wohl ankommt, ist die Art der Kohlenhydrate. Während Sie auf schlechte Kohlenhydrate, wie sie etwa in Weißbrot enthalten sind, verzichten sollten, wird zur Aufnahme möglichst komplexer geraten. Diese stecken in Vollkornprodukten jeglicher Art, Gemüse und Obst. Komplexe Kohlenhydrate werden langsamer verdaut und lassen daher auch den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe schnellen, wie es einfache - siehe Weißbrot - tun.


"Warum nehme ich nicht ab" von Susanne Walsleben
© Verlagsgruppe Random House GmbH, Muenchen

Susanne Walsleben stellt in "Warum nehme ich nicht ab?" (erschienen bei Südwest) die 100 gängigsten Diät-Irrtümer, Ernährungs-Märchen sowie Mythen über Sport und Abnehmen vor und zeigt möglichst einfache Lösungen für ein dauerhaftes Wohlfühlgewicht auf. Die Rezepte und Schlankpläne im letzten Teil des Buchs erleichtern den Start.

Broschur, 144 Seiten, ISBN: 978-3-517-09429-8, 13,40 Euro

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