WM 2014 von

Schlagzeilen im DFB-Trainingslager:
Unfall und Führerschein-Entzug

Sport nach jüngsten Ereignissen während der WM-Vorbereitung im Hintergrund

Jogi Löw mit verschränkten Armen © Bild: GEPA pictures/ Andreas Pranter

DFB-Teamchef Joachim Löw musste wegen wiederholter Tempoverstöße seinen Führerschein abgeben. Der 54-Jährige bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte. "Selbstverständlich stehe ich dazu, dass ich manchmal leider zu schnell gefahren bin, ich weiß, dass ich mich hier zügeln muss". Einen Tag danach bleibt Löw im Trainingslager des deutschen Teams Gesprächsthema, wenngleich die Schlagzeilen dem schweren Unfall im Rahmen eines PR-Termins gehören.

Löw zeigte sich nach dem sechsmonatigen Führerscheinentzug einsichtig: „Ich habe meine Lektion gelernt und werde mein Fahrverhalten ändern.“ Ab sofort werde der Teamchef häufiger mit der Bahn fahren. Zudem soll in Zukunft auch häufiger ein Chauffeur aushelfen.

Die Nachricht von Löws Fehlverhalten ist auch insofern relevant, hat der einstige Austria-Trainer doch nach dem Eklat um Kevin Großkreutz an die Vorbildwirkung der Spieler appelliert. Während Team-Manager Oliver Bierhoff witzelte, man werde Löw nur noch Wagen mit Tempolimitierung geben, ist beim zweiten großen Thema rund um das DFB-Team wenig Humor angebracht.

Unfall überschattet Trainingslager

Im Rahmen einer PR-Aktion Nationalteams und ihres Sponsors Mercedes Benz im Südtiroler Passeiertal war es am Dienstag zu einem Autounfall mit zwei Verletzten gekommen. Wie ein Mercedes-Benz-Sprecher der APA mitteilte, verletzte DTM-Rennfahrer Pascal Wehrlein beim Befahren einer abgesperrten Strecke zwei Personen. Sie waren unerwartet auf der Fahrbahn.

Bei der ersten Person, die sich schwer verletzte, handelt es sich um einen 63-jährigen Urlauber aus Deutschland. Das berichtete Rosmarie Pamer, Bürgermeisterin der Gemeinde St. Martin, am Dienstag. Der Mann wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Bozen geflogen. Seine Frau, die den Unfall miterlebte, stehe unter Schock. Das zweite Unfallopfer ist ein Angestellter der Gemeinde St. Leonhard, der bei der PR-Aktion als Streckenposten eingesetzt war.

Löw im DFB-Trainingslager
© GEPA pictures/ Andreas Pranter Das DFB-Team wurde sportpsychologisch betreut

Bierhoff besuchte die Opfer

Mercedes-Sprecher Claudia Merzbach hat sich für den Vorfall entschuldigt: „Wir bedauern das alles zutiefst.“ Im Unfallauto war als Beifahrer der deutsche Nationalspieler Benedikt Höwedes gesessen, im Wagen von Formel-1-WM-Leader Nico Rosberg sein Schalker Teamkollege Julian Draxler mitgefahren.

Bierhoff hat nach dem Unfall gemeinsam mit Wehrlein und Rosberg die Opfer noch am Dienstag in den Krankenhäusern von Bozen und Meran besucht. "Es war unheimlich wichtig, dass dieser persönliche Kontakt stattgefunden hat", sagte der 46-Jährige.

Wehrlein geschockt

Wehrlein selbst zeigte sich via Facebook von den Ereignissen gezeichnet: "Der Schock über die tragischen Ereignisse sitzt sehr tief. Meine ganze Hoffnung und meine Gedanken sind bei den beiden Verunglückten und ich bete, dass wir bald positive Nachrichten bekommen werden. Ich danke allen für die Unterstützung in diesen schweren Stunden."

Laut jüngsten Informationen des Sport-Informationsdienstes befindet sich der 63-Jährige nicht mehr in Lebensgefahr. Sein Zustand sei stabil, teilte Andreas Vieider, der Sprecher der Südtiroler Organisatoren des DFB-Trainingslagers, der APA mit. Es gehe ihm "den Umständen entsprechend". Genaue Details gibt es aber noch nicht.

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