DFB-Pokal von

Wolfsburg bei den "Super-Bayern"

Van Buyten: "Jeder von uns hat das Ziel Berlin." Münchner sind noch lange nicht satt.

Die Bayern in der Bundesliga gegen Nürnberg © Bild: imago sportfotodienst/Zink

Für den neuen deutschen Fußballmeister Bayern und David Alaba ist es der zweite Schritt zur "Super-Saison", für Wolfsburg die letzte Chance auf einen versöhnlichen Abschluss: Die Vorzeichen vor dem Cup-Halbfinal-Duell der beiden Teams am heute (20.30 Uhr/live ARD) in der Münchner Allianz Arena könnten klarer nicht sein. "Jeder von uns hat das Ziel Berlin", spielte Bayerns Innenverteidiger Daniel van Buyten auf den Finalort an, Wolfsburg-Coach Dieter Hecking will diesen Traum mit einem "Sahne-Tag" platzen lassen.

"Auch, wenn die Außenseiterrolle noch so groß ist, werden wir sie annehmen. Alle wissen: Bayern München ist im Moment nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa die Übermannschaft. Aber wir dürfen nicht zu viel Respekt haben", erklärte Hecking, dessen Team in der Liga nur auf Platz 13 rangiert. "Da braucht man einen absoluten Sahne-Tag, Glück und vor allem eine Mannschaft, die weiß, dass sie auswärts gut spielt."

Genau das ist bei den "Wölfen" der Fall. Während man beim 2:2 gegen Hoffenheim am Samstag schon im sechsten Heimspiel hintereinander ohne Sieg blieb, ist die Werkself in der Fremde drittbestes Team der Liga hinter Bayern und Dortmund. Alexander Madlung jedenfalls hielt eine Überraschung für nicht ausgeschlossen: „Wenn wir alles rausholen, hundert Prozent da sind und Bayern vielleicht nicht den besten Tag erwischt, können wir etwas holen", erklärte der Verteidiger.

Heimmacht FC Bayern
Gemessen an der Statistik kann sich Wolfsburg den Weg nach München aber eigentlich sparen, denn Bayern ist zu Hause eine fast unbezwingbare Cupmacht. Die bisher letzte Niederlage des Rekordcupsiegers (15) in München gab es am 2. März 2011 beim 0:1 gegen Schalke. Es war das einzige verlorene Heimspiel im DFB-Pokal in der Allianz Arena. Zuvor unterlag man zuletzt am 17. August 1991 mit 2:4 nach Verlängerung gegen den damaligen Zweitligisten FC Homburg. In den vergangenen 27 Heimspielen gab es nur diese zwei Niederlagen. Insgesamt gingen lediglich neun Bayern-Heimspiele seit der ersten Cup-Teilnahme 1935 verloren.

Besonders aber angesichts der aktuellen Überform der Bayern, in dieser Saison lediglich dreimal geschlagen (Leverkusen, Arsenal, BATE Borisow), müsste Wolfsburg alle Hoffnung fahren lassen. Selbst mit einer bestenfalls als B-Elf zu charakterisierenden Truppe schossen die Münchner am Samstag Nürnberg aus dem Stadion, neun Topspieler mit einem Marktwert von rund 200 Millionen Euro - darunter auch Alaba - wurden für den Cup, aber auch im Hinblick auf den Champions-League-Schlager gegen den FC Barcelona am 23. April, geschont.

Bayern ohne Ribery
Gegen Wolfsburg wird Trainer Jupp Heynckes wieder auf das Gros der Leistungsträger setzen, fehlen wird aber sicher der gesperrte Franck Ribery. "Es ist klar, dass ich am Dienstag die Mannschaft anders formieren werde", kündigte Heynckes an. Der scheidende Coach, der als Spieler mit Borussia Mönchengladbach 1973 selbst den Cup holte, als Trainer aber noch nie, ist auch auf die zweite nationale Trophäe heiß. "Ich will definitiv ins Finale, der Titel fehlt in meiner Sammlung", erklärte der 67-Jährige.

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