DFB-Pokal von

"Zwei Titel sind genug"

Der VfB Stuttgart will im deutschen Cupfinale das Triple des FC Bayern verhindern

David Alaba und Martin Harnik © Bild: GEPA/Witters/Hangst

Der FC Bayern könnte heute weiter Geschichte schreiben. Nach Meisterschaft und Champions League wäre mit dem Gewinn des DFB-Pokals erstmals für eine deutsche Mannschaft das Titel-Triple in einer Saison perfekt. Verhindern will dies der VfB Stuttgart, oder wie dessen Trainer Bruno Labbadia vor dem Aufeinandertreffer im Berliner Olympiastadion (20.00 Uhr/live ARD und Sky) schmunzelnd meinte: "Zwei Titel in einer Saison sind genug."

Die Bayern gehen als klarer Favorit in den Cup-Gipfel in der Hauptstadt. Sie wollen sich auch vom erzwungenen Verzicht des nach Brasilien abgerufenen Abwehrchefs Dante nicht irritieren lassen. Erfolgstrainer Jupp Heynckes soll bei dessen Abschied noch einmal beschenkt werden. "Die Mannschaft ist sehr gierig auf den Pokal", stellte Teamspieler Bastian Schweinsteiger klar. "Wenn man sich umhört in der Kabine: Jeder will unbedingt das Spiel gewinnen."

Bayern noch hungrig

Torhüter Manuel Neuer ließ ebenfalls keinen Zweifel über die Ambitionen der Bayern auf das neunte Double der Vereinsgeschichte. "Die Lust ist richtig groß bei uns, wir wollen den nächsten Titel holen. Natürlich wollen wir Jupp Heynckes einen schönen Abschied bescheren", sagte Neuer. Erneut jubeln will auch David Alaba, der es an der linken Außenbahn der Bayern mit ÖFB-Teamkollege Martin Harnik zu tun bekommen wird. Sonntagabend rückt das Duo dann in Wien ins ÖFB-Camp ein. Raphael Holzhauser nimmt bei VfB wohl wieder auf der Ersatzbank Platz.

Für die in dieser Saison schier unschlagbaren Münchner wäre der Titelgewinn historisch. International gibt es bereits sechs Vorgänger, die ein Spieljahr mit dem Triple der hochwertigsten Club-Titel krönten. Zuletzt war es 2010 Inter Mailand mit dem Gewinn der europäischen Königsklasse im Finale gegen die Bayern sowie des italienischen Doubles.

"Stuttgart wird nicht die weiße Flagge hissen"

Bedenken, dass die Mannschaft es nach dem Gewinn der Meisterschaft und erst recht nach dem Triumph in der Champions League zu locker angehen könnte, wurden bei den Münchnern keine geäußert. Trotzdem schwor Vorstandschef Karl-Heinz-Rummenigge den Favoriten kurz vor der Abreise noch einmal ein: "Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu glauben, der Pokal ist schon gewonnen. Stuttgart wird nicht die weiße Flagge hissen, sondern Vollgas geben."

Labbadia wünscht sich einen "Sahnetag"

Die Stuttgarter hoffen in ihrem sechsten Cup-Endspiel auf die Sensation. Auch die Schwaben betonten ihren Erfolgshunger. "Die Gier nach dem Pokal-Sieg ist richtig groß. Gegen den FC Bayern müssen wir wieder am Anschlag arbeiten", sagte Coach Labbadia, der einst beim FCB unter Heynckes spielte. "Es gibt Tage, an denen eine Mannschaft gewinnen kann, die nicht die Qualität des Gegners hat. Wir hoffen auf so einen Tag. Wir brauchen einen echten Sahnetag", hoffte der ehemalige Stürmer.

Sowohl Labbadia als auch Heynckes könnten in Berlin die Aufnahme in einen erlesenen Pokal-Club schaffen. Mit Ludwig Janda, Aki Schmidt und Thomas Schaaf haben erst drei Männer den DFB-Pokal sowohl als Trainer als auch Spieler geholt. Heynckes holte die seit 1935 vergebene Trophäe 1973 mit Mönchengladbach, Labbadia 1990 mit dem 1. FC Kaiserslautern.

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